Ahuramazdâ sprach: „Sage nun allem Volk, was du gesehen hast, du, sein Hirte! Wer nun Angrômainyus unreinen Weg wandelt, aus dessen Leib sollen Blutflüsse fließen, und er soll den Feuerflammen übergeben werden, wie dir gezeigt ist. Vom Fluß des geschmolzenen Metalls siehe diese Deutung: Ein Menschengeschlecht wird das Gesetz verlassen und Angrômainyus anhängen; aber die Mobeds werden sich rüsten wider die Dews zu streiten. Zweifelsucht wird über die Menschen Gewalt üben, aber dieser Feuerstrom soll sie aufzehren. Aderbad Mahrespand[118] wird erscheinen und die Menschen lehren Alles, was sie wissen müssen. Geschmolzene Metalle werden über ihn gegossen werden, ihm aber nicht schaden. Dieses Wunder wird alle Zweifel wie Staub verschwinden machen und den rechten Weg zeigen.“[119]
Darauf befragte Zoroaster Ahuramazdâ, der alle Geheimnisse weiß, um die Pflichten seiner Diener – Desturs und wachsamen Mobeds – um die Art zu beten und sein Gesicht zu kehren. Der Allernährer jedes Tags und Allgenugsame sprach: „Sage den Menschen, daß mein Licht verborgen ist unter allem, was glänzt.[120] Richte dein Antlitz gegen das Licht und thue meine Gebote, so wird Angrômainyus fliehen; in der Welt geht nichts über das Licht.“
Dann lehrte Ahuramazdâ Zoroaster den Zendavesta und sprach: „Lies ihn vor dem König Gustasp, damit er ihn in seinen Schutz nehme; zeige ihm, wer ich bin, damit er Mitleiden und Güte beweise; lehre ihn Alles und unterrichte auch die Mobeds an meiner Statt, daß sie den Weg Angrômainyus meiden.“ Über diese Gebote freute sich Zoroaster und dankte Ahuramazdâ.
Nun kamen die Amschaspands zu Zoroaster, um ihre Aufträge auszurichten. Bahman, der die Tiere schützt[121], sprach: „Ich überlasse dir die Thiere und Herden; laß die Mobeds dafür sorgen. Kein junges und nützliches Thier müsse getödtet werden; das sage Alt und Jung: ich habe sie von Ahuramazdâ empfangen und darf sie keinem Bösen anvertrauen.“
Der glänzende Ardibehescht[122] sprach: „Sage in meinem Namen Gustasp, Diener des reinen Gottes, ich habe dir alle Feuer empfohlen. Laß Desturs, Mobeds und Herbeds[123] dafür sorgen, daß sie nicht getilgt werden, weder durch Wasser, noch Koth, daß jede Stadt ein Atesch-gah[124] habe und diesem Element zum Lobe die vorgeschriebenen Feste feiere, denn der Glanz des Feuers kommt vom Glanze Gottes. Was ist Schöneres in der Welt? Er will nur Holz und Gerüche; Jung und Alt bringt ihm die, und er wird die Gebete erhören. Ich überlasse es dir, wie es mir von Ahuramazdâ überlassen ist. Wer mein Wort nicht hört, der geht zur Hölle.“
Shariver[125] befahl, die Waffen – Säbel, Lanze &c. – nicht verrosten zu lassen.
Espendarmad[126]: die Menschen sollten nach dem Willen dessen, der alles segnet, die Erde vor Blut bewahren, vor Unreinigkeiten und Todten; alles Unreine und Todte an besondere Orte schaffen, die Erde fleißig bauen usw.
Chordad[127] empfahl ihm alles Wasser unter und über der Erde, in Quellen, Flüssen, Brunnen usw. Wasser giebt allem Lebendigen Stärke, macht grün usw.; deshalb darf man nichts Unreines und Todtes hineinwerfen.
Amerdad[128] sprach von Früchten und Bäumen und befahl sie nicht muthwillig zu beschädigen.