Kurt: Wo hat denn der Gletscher sein unteres Ende? Ich meine, wenn er immer weiter wandert, so müßte er schließlich das ganze Land bedecken.

Dr. E.: Nun, ganz so schlimm ist es denn doch nicht! Hast du mal etwas von der Schneegrenze gehört?

Fritz: O ja. Das ist die Linie in den Gebirgen, bis zu welcher der Schnee auch im Sommer liegen bleibt, da die Wärme in diesen Höhen nicht ausreicht, ihn völlig wegzuschmelzen.

Gletscherbildung. Eisberge

Dr. E.: Siehst du, Kurt, und wie mit dem Schnee, so ist es auch mit dem Gletschereis. Kommt der Gletscher auf seiner Wanderung in immer tiefere Gegenden, wo die Sommer wärmer sind als auf den Höhen, so schmilzt das untere Ende ab, und da sich dies in jedem Sommer wiederholt, so haben wir auch für die Gletscher eine ganz bestimmte Grenze, bis zu welcher sie abwärts vordringen können.

Kurt: Und wie weit ist das wohl, Vater?

Dr. E.: Das ist natürlich in den einzelnen Ländern ganz verschieden. In der heißen Zone finden wir Gletscher wohl kaum unter 4-5000 m Höhe; in den Alpen aber gibt es schon einen — es ist der Grindelwaldgletscher —, der fast bis auf 1000 m ins Tal hinabsteigt. In Grönland endlich reichen die Gletscher direkt bis ins Meer und erzeugen hier die riesenhaften Eisberge, welche so oft im Atlantischen Ozean der Schiffahrt gefährlich werden.

Fritz: Wie kann denn ein Gletscher im Wasser Eisberge bilden? Ich kann mir doch nicht denken, daß nun so ein ganzer Gletscher plötzlich ins Meer fällt.

Dr. E.: Nein, so darfst du dir die Sache auch nicht vorstellen. Um das zu verstehen, müssen wir eine der interessantesten und für das gesamte Leben auf der Erde wichtigsten Eigenschaften des Eises kennen. Ihr habt sie alle schon beobachtet, aber wahrscheinlich nichts dabei gedacht.

Fritz: Da weiß ich wirklich nicht, was du meinst. — Etwa, daß es leicht zersplittert?