Diese direkte Aufforderung, ein wenn auch noch so unbedeutendes Geheimnis seines Haushaltes preiszugeben, schien ihn unangenehm zu berühren, trotzdem er darauf vorbereitet sein mußte; doch versuchte er sofort die Schwäche zu verbergen und befolgte meine Aufforderung:

»Du bist aus dem Lande der Ungläubigen, wo es keine Schande ist, von der zu reden, welche die Tochter einer Mutter ist?«

Ich fühlte mich innerlich amüsiert von der Art und Weise, mit welcher er es zu umgehen suchte, von »seinem Weibe« zu sprechen, doch blieb ich ernst und antwortete ziemlich kalt:

»Du willst, daß ich dir helfen soll und beschimpfest mich?«

»Inwiefern?«

»Du nennst meine Heimat das Land der Ungläubigen.«

»Ihr seid doch ungläubig!«

»Wir glauben an einen Gott, welcher derselbe Gott ist, den ihr Allah nennt. Du heißest mich von deinem Standpunkte aus einen Ungläubigen; mit demselben Rechte könnte ich dich von meinem Standpunkte aus ebenso nennen; aber ich thue es nicht, weil wir Nemsi nie die Pflicht der Höflichkeit verletzen.«

»Schweigen wir über den Glauben! Der Moslem darf nicht von seinem Weibe sprechen; aber du erlaubst, daß ich von den Frauen in Frankhistan rede?«

»Ich erlaube es.«