Im nächsten Augenblick hatte er sein Haupt bedeckt und, vor Grimm dunkelrot im Gesichte, den Dolch aus der Schärpe gerissen.
»Wann?«
»Jetzt, sofort!«
»Ich werde sterben, wann es Gott gefällt, nicht aber wann es dir beliebt.«
»Du wirst sterben. Bete dein Gebet!«
»Abrahim-Mamur,« antwortete ich ruhig wie zuvor, »ich habe den Bären gejagt und bin dem Nilpferde nachgeschwommen; der Elefant hat meinen Schuß gehört, und meine Kugel hat den Löwen, den ›Herdenwürgenden‹ getroffen. Danke Allah, daß du noch lebst, und bitte Gott, daß er dein Herz bezwinge. Du kannst es nicht, denn du bist zu schwach dazu und wirst doch sterben, wenn es nicht sofort geschieht!«
Das war eine neue Beleidigung, eine schwerere als die andere, und mit einem zuckenden Sprunge wollte er mich fassen, fuhr aber sofort zurück, denn jetzt blitzte auch in meiner Hand die Waffe, die man in jenen Ländern niemals weglegen darf. Wir standen einander allein gegenüber, denn er hatte sofort nach der Darreichung des Kaffees und der Pfeifen die Dienerschaft hinausgewinkt, damit sie nichts von unserer zarten Unterhaltung vernehmen solle.
Mit meinem wackeren Halef hatte ich nicht den mindesten Grund, mich vor den Bewohnern des alten Hauses zu fürchten; nötigenfalls hätten wir beide die wenigen hier wohnenden Männer zusammengeschossen; aber ich ahnte zu viel von dem Schicksale der Kranken, für die ich mich ungemein zu interessieren begann; ich mußte sie sehen und womöglich einige Worte mit ihr sprechen.
»Du willst schießen?« frug er wütend, auf meinen Revolver deutend.