»Ich kann den Puls nicht fühlen.«
»Entferne die Tücher!« gebot er ihr.
Sie zog den Arm hinter die Hüllen zurück und ließ dann ein zartes Händchen erscheinen, an dessen Goldfinger ich einen sehr schmalen Reifen erblickte, welcher eine Perle trug. Abrahim beobachtete meine Bewegungen mit gespannter Aufmerksamkeit. Während ich meine drei Finger an ihr Handgelenk legte, neigte ich mein Ohr tiefer, wie um den Puls nicht bloß zu fühlen, sondern auch zu hören, und – täuschte ich mich nicht – da wehte es leise, leise, fast unhörbar durch den Schleier:
»Kurtar Senitzaji – rette Senitza!«
»Bist du fertig?« fragte jetzt Abrahim, indem er rasch näher trat.
»Ja.«
»Was fehlt ihr?«
»Sie hat ein großes, ein tiefes Leiden, das größte, welches es giebt, aber – – – ich werde sie retten.«
Diese letzten vier Worte richtete ich mit langsamer Betonung mehr an sie als an ihn.
»Wie heißt das Übel?«