»Gar keines, aber viele Waffen.«
»Ich habe noch keinen Nemtsche gesehen, aber ich habe gehört, daß die Nemsi sehr friedliche Leute sind. Er wird die Waffen nur tragen, um damit zu prunken. Doch jetzt bin ich fertig mit meinem Mahle; ich werde weiter fahren. Sage deinem Herrn Dank, daß er einem armen Fakir erlaubt hat, sein Schiff zu betreten!«
Einige Augenblicke später kniete er wieder auf seinem Floß. Er ergriff das Ruder, führte es im Takte und sang dazu sein »ïa Allah, Allah hu!«.
Dieser Mensch hatte einen eigentümlichen Eindruck auf mich gemacht. Warum hatte er das Schiff bestiegen und nicht am Ufer angelegt? Warum hatte er gefragt, ob ich reich sei, und während der ganzen Unterhaltung das Deck mit einem Blick gemustert, dessen Schärfe er nicht vollständig verbergen konnte? Ich hatte äußerlich nicht den mindesten Grund zu irgend einer Befürchtung, und dennoch kam mir in der Seele dieser Mann verdächtig vor. Ich hätte schwören mögen, daß er gar kein Derwisch sei.
Als er für das bloße Auge unverfolgbar war, richtete ich mein Fernrohr nach ihm. Obgleich in jenen Gegenden die Dämmerung sehr kurz ist, war es doch noch hell genug, ihn durch die Gläser zu erkennen. Er kniete nicht mehr, wie sein angebliches Gelübde ihm doch vorgeschrieben hätte, sondern er hatte sich bequem niedergesetzt und das Floß halb gewendet – – er ruderte der jenseitigen Küste zu. Hier war jedenfalls etwas »nicht richtig im Staate Dänemark«.
Halef stand neben mir und beobachtete mich. Er schien sich damit zu beschäftigen, meine Gedanken zu erraten.
»Siehst du ihn noch, Sihdi?« fragte er mich.
»Ja.«
»Er denkt, daß wir ihn nicht mehr sehen können, und rudert dem Lande zu?«
»So ist es. Woraus vermutest du dies?«