»Zu handeln? Sind diese Zehn zur Stelle? Wäre dies der Fall, so wollte ich dir im Augenblick beweisen, daß ich die Wahrheit gesagt habe!«
»Die Zehn sind nicht nötig; es genügt Einer.«
»Wolltest du vielleicht dieser Eine sein?«
»Pah, du würdest es nicht erlauben!«
»Warum nicht?«
»Weil du dich fürchtest. Du tötest mit dem Munde, nicht aber mit dem Säbel.«
Ich hatte einen verstärkten Ausfall seines Zornes auf diese Worte erwartet, sah mich aber getäuscht. Er verbarg diesen Grimm hinter einer kalten, tödlichen Ruhe, nahm seinem Nachbar den Säbel vom Gürtel und reichte ihn mir.
»Hier nimm und verteidige dich! Aber ich sage dir, selbst wenn du die Fertigkeit Aframs und die Stärke Kelads hättest, so würdest du beim dritten Hiebe eine Leiche sein.«
Ich nahm den Säbel.
Es war eine eigentümliche Situation, in der ich mich befand. Der »Vater des Säbels« mußte nach orientalischen Begriffen ein ausgezeichneter Fechter sein, aber ich wußte, daß der Orientale durchschnittlich ein ebenso schlechter Fechter als schlechter Schütze ist. Mit der Fertigkeit Aframs und der Stärke Kelads war es wohl nicht gar so weit her. Ich hatte noch mit keinem Orientalen nach den Regeln der Fechtkunst die Klinge gekreuzt, und wenn mir auch der dargereichte, an der »halben und ganzen Schwere,« also an der »Parierung« dünne, und an der »halben und ganzen Schwäche« so starke und schwere Säbel ziemlich ungewohnt war, so hatte ich dennoch große Lust, dem »Vater des Säbels« die Überlegenheit der europäischen Waffenführung zu beweisen.