»Und wirst mich mitnehmen?«
»Ja.«
Wir waren beim Thore angelangt. Dort gab es außerhalb der Mauern eine Menge zerstreut stehender Hütten aus Stroh oder Palmenblättern, in denen arme Hadhesi[70] oder noch ärmere Holz- und Gemüsehändler wohnten. Ein zerlumpter Kerl rief mich an:
[70] Arbeiter.
»Taïbihn, Effendi, seiak, keif chelak – bist du gesund, Effendi, wie geht es dir, und wie ist dein Befinden?«
Ich blieb stehen. Im Orient muß man immer Zeit haben, einen Gruß zu erwidern.
»Ich danke dir! Ich bin gesund; es geht mir gut, und mein Befinden ist vortrefflich; aber wie geht es dir, du Sohn eines tapfern Vaters, und wie laufen deine Geschäfte, du Erbe vom frömmsten Stamme der Moslemim?«
Ich gebrauchte diese Worte, weil ich sah, daß er das M’eschaleeh trug. Dschidda gilt, trotzdem es seit neuerer Zeit von den Christen besucht werden darf, für eine heilige Stadt, und die heiligen Städte haben das Vorrecht, dieses Zeichen zu tragen. Vier Tage nach der Geburt eines Kindes werden ihm auf jedem Backen drei und an jeder Schläfe zwei Schnitte beigebracht, deren Narben für das ganze Leben bleiben. Das ist das M’eschaleeh.
»Deine Worte sind Zahari[71]; sie duften wie die Benaht el Dschennet[72],« antwortete der Mann. »Auch mir geht es gut, und ich bin zufrieden mit dem Geschäfte, welches ich treibe. Es wird auch dir nützlich sein.«
[71] Blumen.