»Türkü tschaghyr-durmak – sing weiter!« rief ich hinüber.

Ob er mich verstanden hatte, wußte ich nicht, aber er ließ sich sofort nochmals hören:

»Zwischen deiner und meiner
Is a weite Gass’n;
Bua, wennst mi nöt magst,
Kannst es bleiben lass’n!«

Jetzt mußte ich den Jodler auch probieren:

»Zwischen deiner und meiner
Is a enge Gass’n;
Bua, wennst mi gern magst,
Kannst herrudern lass’n!«

Da stieß er einen lauten Juchzer aus, riß den Turban vom Haupte, den Sarras aus der Scheide, und schwenkte Turban und Säbel hoch in der Luft; dann brachte er diese beiden Gegenstände wieder an Ort und Stelle, griff in das Steuer und lenkte dem Ufer zu.

Ich war ihm entgegengegangen. Er sprang ans Land, blieb aber doch ein wenig verblüfft stehen, als er mich näher betrachtete.

»Ein Türke, der deutsch reden kann?« fragte er zweifelhaft.

»Nein, sondern ein Deutscher, der ein bißchen Türkisch probiert.«

»Also wirklich! Ich wollte meinen Ohren nicht trauen. Aber Sie sehen wahrhaftig wie ein Araber aus. Darf ich fragen, was Sie sind?«