»Auch er lebt nicht mehr, hat aber – Gott sei Dank! – keine Not gelitten. Seit ich mich wohl stand, haben wir einander oft geschrieben. Nun habe ich mein Geschäft verkauft und fahre langsam der Heimat zu.«
Der Mann gefiel mir. Er gab sich so, wie er war. Reich konnte er wohl nicht genannt werden; er machte auf mich den Eindruck eines Mannes, der grad so viel hat, als er braucht, und der damit auch herzlich zufrieden ist.
»Warum fahren Sie nicht direkt nach Triest?«
»Ich mußte in Maskat und Aden einige Ziffern in Ordnung bringen.«
»So haben Sie sich also doch noch an die Ziffern gewöhnt?«
»Freilich,« lachte er. »Und nun – pressant sind meine Angelegenheiten nicht; ich bin mein eigener Herr – was thut es, wenn ich mir das rote Meer besehe? Sie thun es ja auch!«
»Allerdings. Wie lange werden Sie hier bleiben?«
»Bis ein mir passendes Fahrzeug hier anlegt. Haben Sie nicht geglaubt, einen Bayern oder Tyroler in mir zu finden, als Sie mich singen hörten?«
»Ja; aber doch fühle ich mich nicht etwa enttäuscht – wir sind ja trotzdem Landsleute und freuen uns, einander getroffen zu haben.«