»Verzeihe, Herr!«

Er gab einen Wink, und die Stäbchen wurden herbeigebracht. Jetzt stieg auch ich auf.

Wir machten nun allerdings ganz andere Figuren, als es der Fall gewesen wäre, wenn wir uns mit den abgetriebenen Lastkamelen begnügt hätten. Unsere jetzigen Sättel waren sehr hübsch mit Troddeln und bunter Stickerei verziert und die Decken so groß, daß sie die Tiere ganz bedeckten. Wir ritten hinaus auf die Straße.

»Wohin?« fragte ich Albani.

»Das überlasse ich Ihnen.«

»Gut; also zum Bab el Medina hinaus!«

Mein neuer Bekannter zog die Blicke der uns Begegnenden auf sich; seine Kleidung war zu auffällig. Ich lenkte daher durch mehrere Seitenstraßen und brachte uns nach einigen Umwegen glücklich zum Thore hinaus. Dort ritten wir im Schritte durch die Ansiedelungen der Nubier und Habeschaner und gelangten dann sofort in die Wüste, welche sich ohne einen Pflanzenübergangsgürtel bis direkt an das Weichbild aller Städte des Hedschas erstreckt.

Bis hierher hatte sich Albani sehr leidlich im Sattel gehalten. Nun aber fielen unsere Kamele ganz freiwillig in jenen Bärentrott, der ihre gewöhnliche Gangart ist und durch welchen jeder Neuling in die eigentümliche Lage versetzt wird, die Seekrankheit kennen zu lernen, auch ohne einen Tropfen Salzwasser gesehen zu haben. Während der ersten Schritte lachte er über sich selbst. Er besaß nicht das Geschick, durch eigene Bewegungen die Stöße zu mildern, welche ihm sein Tier erteilte; er schwankte herüber, hinüber, nach hinten und nach vorn; seine lange, arabische Flinte war ihm im Wege, und sein riesiger Sarras schlug klirrend an die Seite des Kameles. Er nahm ihn also zwischen die Beine, schnalzte mit den Fingern und sang:

»Mei Sabel klippert, mei Sabel klappert,
Mei Sabel macht mir halt Müh,
Und das Kamel wickelt, das Kamel wackelt,
Das Kamel is ein sakrisch Vieh!«

Da gab ich meinem Tiere einen leichten Schlag auf die Nase: es stieg empor und schoß dann vorwärts, daß der Sand mehrere Ellen hoch hinter mir aufwirbelte. Die beiden anderen Kamele folgten natürlich, und nun war es mit dem Singen aus. Albani hatte den Lenkstab in der linken und die Flinte in der rechten Faust und gebrauchte diese beiden Gegenstände als Balancestangen, indem er die Arme in der Luft herumwirbelte, um das Gleichgewicht zu erhalten. Er bot einen komischen Anblick dar.