»So machen Sie den Mund auf; es ist Luft genug da!«

Ich wandte mich wieder vorwärts und horchte nicht mehr auf seine Interjektionen. Er befand sich in guten Händen, da Halef an seiner Seite ritt.

Wir hatten nach kurzer Zeit eine kleine Bodenanschwellung hinter uns, und nun breitete sich die offene Ebene vor uns aus. Albani schien sich nach und nach im Sattel zurecht zu finden: er klagte nicht mehr. So hatten wir in der Zeit von einer Stunde vielleicht zwei deutsche Meilen zurückgelegt, als vor uns die Gestalt eines einzelnen Reiters auftauchte. Er war wohl eine halbe Meile von uns entfernt und ritt dem Anschein nach ein ausgezeichnetes Kamel, denn der Raum verschwand förmlich zwischen ihm und uns, und nach kaum zehn Minuten hielten wir einander gegenüber.

Er trug die Kleidung eines wohlhabenden Beduinen und hatte die Kapuze seines Burnus weit über das Gesicht gezogen. Sein Kamel war mehr wert als unsere drei zusammen.

»Sallam aaleïkum, Friede sei mit dir!« grüßte er mich, während er die Hand entblößte, um die Verhüllung zu entfernen.

»Aaleïkum!« antwortete ich. »Welches ist dein Weg hier in der Wüste?«

Seine Stimme hatte weich geklungen, fast wie die Stimme eines Weibes; seine Hand war zwar braun, aber klein und zart, und als er jetzt die Kapuze entfernte, erblickte ich ein vollständig bartloses Angesicht, aus welchem mich zwei große, braune Augen lebhaft musterten – es war kein Mann, sondern eine Frau.

»Mein Weg ist überall,« antwortete sie. »Wohin führt dich der deinige?«

»Ich komme von Dschidda, will mein Tier ausreiten und dann wieder nach der Stadt zurückkehren.«

Ihr Angesicht verfinsterte sich, und ihr Blick schien mißtrauisch zu werden.