[111] Petschaft und Wachs.

In kurzer Zeit standen die Kamele bereit; wir stiegen auf. Die kleine Truppe bestand außer uns dreien aus dem Scheik, seiner Tochter und fünf Ateïbeh. Ich folgte dem Alten ohne Einrede, obgleich ich bemerkte, daß er nicht den geraden Weg einschlug, sondern sich mehr rechts nach dem Meere zu hielt. Albani hatte jetzt nicht mehr so viel Not wie vorher, sich auf seinem Kamele zu halten, und die langen Beine der Tiere warfen den Weg förmlich hinter sich.

Da hielt der Scheik an und deutete mit der Hand seitwärts.

»Weißt du, was da drüben liegt, Effendi?«

»Was?«

»Die Bucht, in welcher das Schiff des Räubers liegt. Habe ich es erraten?«

»Du kannst denken, aber du sollst mich nicht fragen.«

Er hatte ganz richtig geraten und schwieg. Wir ritten weiter. Nach einiger Zeit zeigten sich zwei kleine Punkte am Horizonte, gerade in der Richtung auf Dschidda zu. Wie es schien, kamen sie uns nicht entgegen, sondern verfolgten eine Richtung, welche sie nach der soeben erwähnten Bucht bringen mußte. Es waren Fußgänger, wie ich durch das Fernrohr erkannte. Das mußte hier in der Wüste auffallen, und es lag der Gedanke nahe, daß sie zu den Leuten von Abu-Seïf gehörten. Es war sehr zu vermuten, daß mein Wächter dem Kapitän unsere Flucht hatte melden lassen, und in diesem Falle konnten diese beiden Männer die jetzt zurückkehrenden Boten sein.

Auch Malek hatte sie erkannt und beobachtete sie scharf. Dann wandte er sich zu seinen Leuten und flüsterte ihnen eine Weisung zu. Sofort wandten sich drei von ihnen in der Richtung zurück, aus welcher wir gekommen waren. Ich durchschaute die Absicht. Malek vermutete ganz dasselbe wie ich, und wollte die Männer in seine Gewalt bekommen. Um dies zu bewirken, mußte er ihnen den Weg nach der Bucht abschneiden, aber so, daß sie es nicht merkten. Daher schob er seine drei Männer nicht schräg vor, sondern er ließ sie scheinbar zurückkehren und dann, sobald sie aus dem Gesichtskreise der Betreffenden verschwunden waren, einen Bogen schlagen. Während wir anderen unseren Weg fortsetzten, fragte er:

»Effendi, willst du ein wenig auf uns warten, oder reitest du nach der Stadt, wo du uns dann am Thore finden wirst?«