»Dann ist alles gethan?«

»Nein, denn nun mußt du dir dein Haupt scheren lassen und Omrah besuchen, welches so weit außerhalb der Stadt liegt, wie wir uns jetzt von Mekka befinden. Dann hast du die heiligen Handlungen erfüllt und kannst zurückkehren. Im Monat der großen Wallfahrt muß der Gläubige mehr thun und braucht lange Zeit dazu, weil viele Tausende von Pilgern anwesend sind; du aber brauchst nur zwei Tage und kannst am dritten wieder bei uns sein.«

Diesem Unterrichte folgten noch verschiedene Fingerzeige, welche aber für mich von keinem Interesse waren, da sie sich meist nur auf Hanneh bezogen. Ich legte mich zur Ruhe. Als Halef endlich erschien, lauschte er, ob ich bereits eingeschlafen sei. Er merkte, daß ich noch munter war, und fragte:

»Sihdi, wer wird dich bedienen während meiner Abwesenheit?«

»Ich selbst. Willst du mir einen Gefallen thun, Halef?«

»Ja. Du weißt, daß ich für dich alles thue, was ich kann und darf.«

»Du sollst dem Scheik Wasser vom heiligen Brunnen Zem-Zem mitbringen. Bringe auch mir eine Flasche mit!«

»Sihdi, verlange alles von mir, nur dieses nicht; denn das kann ich unmöglich thun. Von diesem Brunnen dürfen nur die Gläubigen trinken. Wenn ich dir Wasser brächte, so würde mich nichts vor der ewigen Hölle retten!«

Dieser Bescheid wurde mit so fester Überzeugung ausgesprochen, daß ich nicht weiter in den Diener zu dringen versuchte. Nach einer Pause fragte er:

»Willst du dir nicht selbst das heilige Wasser holen?«