Abu-Seïf war wieder zu sich gekommen, aber er hatte während des ganzen Rittes keinen Laut von sich gegeben und stets die Augen geschlossen gehalten. Er wurde zuerst in die Höhle gebracht. Wenn man dem Spalte folgte, so wurde er immer breiter und bildete schließlich einen Raum, der groß genug für vierzig bis fünfzig Männer und Tiere war. Sein großer Vorzug bestand in dem Wasser, welches sich ganz im Hintergrunde angesammelt hatte. Nachdem wir den Gefangenen und die Kamele in Sicherheit gebracht hatten, suchten wir draußen nach dem großbüscheligen Rattamgras, welches die sehr willkommene Eigenschaft besitzt, daß es im grünen Zustande ebensogut brennt wie im getrockneten. Das war für die Nacht, denn am Tage konnte es uns nicht einfallen, ein Feuer anzuzünden, dessen Rauch unsern Zufluchtsort sehr leicht hätte verraten können.
Übrigens aber brauchten wir keine große Sorge zu haben, entdeckt zu werden. Unser Weg hatte uns meist über einen so steinigen Boden geführt, daß unsere Spuren sicher nicht verfolgt werden konnten.
Eine eigentümliche Entdeckung machte ich, als ich die Satteltasche meines Kameles untersuchte: sie enthielt Geld, und zwar eine nicht unbedeutende Summe.
Unsere Tiere waren ermüdet, und wir ebenso; die Fesseln des Gefangenen waren fest, und so konnten wir schlafen. Natürlich aber teilte ich mich mit Halef in die Wache. So vergingen die letzten Tagesstunden, und die Nacht brach herein. Beim Morgengrauen hatte ich die Wache. Durch ein sich nahendes Geräusch aufmerksam gemacht, lugte ich zum Spalt hinaus und sah einen Mann, der sich vorsichtig herbeischlich. Ich erkannte in ihm einen der Ateïbeh und trat hinaus.
»Allah sei Dank, daß ich dich sehe, Effendi!« begrüßte er mich. »Der Scheik hat mich vorausgesandt, um zu erforschen, ob ihr hier zu finden seid. Nun brauche ich nicht zurückzukehren, denn dies ist das Zeichen, daß ich euch hier angetroffen habe.«
»Wen vermutest du außer mir noch hier?«
»Deinen Diener Halef, die Bint el Ateïbeh und vielleicht gar noch Abu-Seïf, den Gefangenen.«
»Wie kannst du diese alle hier erwarten?«
»Effendi, das ist nicht schwer zu erraten. Hanneh kam mit den beiden Kamelen allein ins Lager und erzählte, daß du in Mekka gewesen und geflohen bist. Die Bint el Malek war mit dir geritten und hat dich sicher nicht verlassen, obgleich du eine große Sünde begangen hast. Halef kam dir nach, und hinter den Bergen fanden die Verfolger das erschossene Pferd des Dscheheïne, ihn selbst aber nicht. Ihr hattet ihn also bei euch. Freilich konnten nur wir dies erraten, die anderen aber nicht.«
»Wann kommt der Scheik?«