Ich gab Lindsay das Anerbieten des Scheik zu verstehen, und er machte hierauf den ausgiebigsten Gebrauch davon.
Nun wurde von dem Araki gekostet, und dann ward einem jeden der Kaffee und eine Pfeife gereicht. Nun erst begann der Scheik, mich den Seinen vorzustellen:
»Ihr Männer vom Stamme der Haddedihn el Schammar, dieser Mann ist ein großer Emir und Hadschi aus dem Lande der Uëlad German; sein Name lautet – –«
»Hadschi Kara Ben Nemsi,« fiel ich ihm in die Rede.
»Ja, sein Name lautet Emir Hadschi Kara Ben Nemsi; er ist der größte Krieger seines Landes und der weiseste Taleb seines Volkes. Er hat den Brunnen Zem-Zem bei sich und geht in alle Länder, um Abenteuer zu suchen. Wißt ihr nun, was er ist? Ein Dschihad[146] ist er. Laßt uns sehen, ob es ihm gefällt, mit uns gegen unsere Feinde zu ziehen!«
[146] Einer, welcher auszieht, um für den Glauben zu kämpfen.
Das brachte mich in eine ganz eigentümliche, unerwartete Lage. Was sollte ich antworten? Denn eine Antwort erwarteten alle von mir, das war ihren auf mich gerichteten Blicken anzusehen. Ich entschloß mich kurz:
»Ich kämpfe für alles Rechte und Gute gegen alles, was unrecht und falsch ist. Mein Arm gehört euch; vorher aber muß ich diesen Mann, meinen Freund, dahin bringen, wohin ihn zu geleiten ich versprochen habe.«
»Wohin ist das?«
»Das muß ich euch erklären. Vor mehreren tausend Jahren lebte in diesem Lande ein Volk, welches große Städte und herrliche Paläste besaß. Das Volk ist untergegangen, und seine Städte und Paläste liegen verschüttet unter der Erde. Wer in die Tiefe gräbt, der kann sehen und lernen, wie es vor Jahrtausenden gewesen ist, und dies will mein Freund thun. Er will in der Erde suchen nach alten Zeichen und Schriften, um sie zu enträtseln und zu lesen – – –«