»Ja. Wir haben uns mit den Alabeïden verbunden. Willst du Thaten thun, so kannst du es bei uns lernen. Aber warum schläfst du hier am Hügel des Löwen?«

»Ich kenne diesen Ort nicht. Ich war müde und habe mich zur Ruhe gelegt.«

»Allah kerihm, Gott ist gnädig; du bist ein Liebling Allahs, sonst hätte dich der Würger der Herden zerrissen. Kein Araber möchte hier eine Stunde ruhen, denn an diesem Felsen halten die Löwen ihre Zusammenkünfte.«

»Es giebt hier am Tigris Löwen?«

»Ja, am unteren Laufe des Stromes; weiter oben aber findest du nur den Leopard. Willst du mit uns reiten?«

»Wenn ich euer Gast sein soll.«

»Du bist es. Nimm unsere Hand und laß uns Datteln tauschen!«

Wir legten die flachen Hände ineinander, und dann bekam ich von jedem eine Dattel, die ich aß, während ich fünf andere dafür gab, welche auch aus freier Hand verzehrt wurden. Dann schlugen wir die Richtung nach Südosten ein. Einige Zeit später passierten wir den Thathar, und die ebene Gegend wurde nach und nach bergiger.

Ich lernte in meinen Begleitern fünf ehrliche Nomaden kennen, in deren Herzen kein Falsch zu finden war. Sie hatten zur Feier einer Hochzeit einen befreundeten Stamm besucht und kehrten nun zurück voll Freude über die Festlichkeiten und Gelage, denen sie beigewohnt hatten.

Das Terrain hob sich mehr und mehr, bis es sich plötzlich wieder senkte. Zur Rechten wurden in weiter Ferne die Ruinen von Alt-Tekrit sichtbar, zur Linken, auch weit entfernt, der Dschebel Kernina, und vor uns breitete sich das Thal des Tigris aus. In einer halben Stunde war der Strom erreicht. Er hatte hier die Breite von wohl einer englischen Meile, und seine Wasser wurden von einer großen, langgestreckten, grün bewachsenen Insel geteilt, auf welcher ich mehrere Zelte erblickte.