Ich war zu sorglos gewesen, denn noch hatte ich mich nicht abgewandt, so langte der eine in den Gürtel, und im nächsten Augenblick flog mir seine Wurfkeule so an den Kopf, daß ich sofort vom Pferde glitt. Zwar dauerte die Betäubung nicht lange, aber die Räuber hatten mich doch unterdessen binden können.
»Sallam aaleïkum,« grüßte jetzt der eine. »Wir waren vorhin nicht höflich genug, und daher war dir unsere Gastfreundschaft nicht angenehm. Wer bist du?«
Ich antwortete natürlich nicht.
»Wer du bist?«
Ich schwieg, trotzdem er seine Frage mit einem Fußtritte begleitete.
»Laß ihn,« meinte der andere. »Allah wird Wunder thun und ihm den Mund öffnen. Soll er reiten oder gehen?«
»Gehen!«
Sie lockerten mir die Riemen um die Beine und banden mich an den Steigbügel des einen Pferdes. Dann nahmen sie meinen Rappen beim Zügel und – fort ging es, scharf nach Osten. Ich war trotz meines guten Pferdes ein Gefangener. Der Mensch ist oft ein sehr übermütiges Geschöpf!
Das Terrain erhob sich nach und nach. Wir kamen zwischen Bergen hindurch, und endlich sah ich aus einem Thale mehrere Feuer uns entgegenleuchten. Es war nämlich mittlerweile Nacht geworden. Wir lenkten in dies Thal ein, kamen an mehreren Zelten vorüber und hielten endlich vor einem derselben, aus welchem in diesem Augenblick ein junger Mann trat. Er sah mich und ich ihn – wir erkannten einander.
»Allah il Allah! Wer ist dieser Gefangene?« fragte er.