»Hadschi Emir Kara Ben Nemsi, dein Volk wohnt am weitesten von hier; trink deinen Teil zuerst und reiche dann den Becher unserem Freunde.«

Ich hielt eine kurze Anrede und that einen Schluck; Malek folgte mir, und Mohammed Emin trank den Rest aus. Dann umarmte und küßte er uns, während er jedem sagte:

»Jetzt bist du mein Rafik[156], und ich bin dein Rafik; unsere Freundschaft sei ewig, wenn auch Allah unsere Wege scheiden mag!«

[156] Freund, Blutsbruder. Ein solcher gilt mehr als alle Aschab, das ist Gefährten.

Die Kunde von diesem Bunde verbreitete sich schnell durch das ganze Lager, und wer auch nur das kleinste Vorrecht oder die geringste Vergünstigung zu besitzen glaubte, der kam in das Zelt, um uns zu beglückwünschen. Dies nahm eine nicht geringe Zeit in Anspruch, so daß wir erst spät wieder nur zu dreien beieinander saßen.

Wir mußten Scheik Malek eine Beschreibung des Terrains liefern, auf welchem der Kampf voraussichtlich stattfinden werde, und ihn mit unserem Verteidigungsplane bekannt machen. Er billigte denselben vollständig und fragte zuletzt:

»Können die Feinde nicht nach Norden entweichen?«

»Sie könnten zwischen dem Flusse und dem Dschebel Kanuza, das ist also längs des Wadi Dschehennem, durchbrechen; aber wir werden ihnen auch diesen Weg verlegen. Scheik Mohammed, hast du angeordnet, daß Werkzeuge vorhanden sind, um eine Brustwehr zu errichten?«

»Es ist geschehen.«

»Sind die Frauen ausgewählt, welche uns begleiten sollen, um die Verwundeten zu verbinden?«