»Hundert.«

»Well! sehr gut, ausgezeichnet!«

Ich hatte diesen Posten mit einer gewissen Absicht übernommen. Zwar war ich Freund und Gefährte der Haddedihn, aber es widerstrebte mir doch, Leute, wenn auch im offenen Kampfe, zu töten, die mir nichts gethan hatten. Der Zwist, welcher hier zwischen diesen Arabern ausgefochten werden sollte, ging mich persönlich gar nichts an, und da nicht zu erwarten stand, daß die Feinde sich nach Norden wenden würden, so hatte ich gebeten, mich der Abteilung anschließen zu dürfen, welche den Feinden dort das Vordringen verwehren sollte. Am liebsten wäre ich am Verbandplatze zurückgeblieben; dies war aber eine Unmöglichkeit.

Jetzt führte der Scheik seine Reiterei in das Thal, und ich schloß mich ihr an. Sie wurde in die beiden Seitenthäler rechts und links verteilt. Dann folgte die Infanterie. Ein Drittel derselben erstieg die Höhe rechts, das andere Drittel die Höhe links, um – hinter den zahlreichen Felsen versteckt – den Feind von oben herab fassen zu können; das letzte Drittel, welches zumeist aus Scheik Malek und seinen Männern bestand, blieb am Eingange zurück, um denselben zu verbarrikadieren und hinter dieser Verschanzung hervor den Feind zu begrüßen. Jetzt kehrte ich zurück und ritt mit meinen hundert Mann davon.

Unser Ritt ging grad nach Norden, bis wir einen Thalpaß fanden, welcher es uns ermöglichte, den Dschebel zu übersteigen. Nach einer Stunde erblickten wir den Fluß vor uns. Weiter rechts, also nach Süden zu, gab es eine Stelle, an welcher das Gebirge zweimal hart an das Wasser trat, und also einen Halbkreis bildete, aus welchem heraus sehr schwer zu entkommen war, wenn man einmal das Unglück gehabt hatte, hinein zu geraten. Hier postierte ich meine Leute, denn hier konnten wir eine zehnfache Übermacht ohne große Anstrengung aufhalten.

Nachdem ich Vorposten aufgestellt hatte, saßen wir ab und machten es uns bequem. Master Lindsay fragte mich:

»Hier bekannt, Sir?«

»Nein,« antwortete ich.

»Ob vielleicht Ruinen hier?«

»Weiß nicht.«