»Ja.«

»Woher?«

»Aus Lemnos.«

»Ich dachte es! Der echte Türke ist ein ehrlicher, biederer Charakter, und wenn er anders wird oder anders geworden ist, so tragt ihr die Schuld, ihr, die ihr euch Christen nennt und doch schlimmer seid als die ärgsten Heiden. Wo in der Türkei eine Gaunerei oder ein Halunkenstreich verübt wird, da hat ein Grieche seine schmutzige Hand im Spiele. Du würdest heute deinen Eid brechen, wenn ich dich zwänge oder dir den Eidbruch bezahlte, Spion! Wie hast du es zum Dragoman in Mossul gebracht? Schweig! Ich ahne es, denn ich weiß, wodurch ihr alles werdet, was ihr seid! Du magst deinem Eide treu bleiben, denn die Politik, von der du sprachst, kenne ich! Warum hetzt ihr diese Stämme gegen einander auf? Warum stachelt ihr einmal den Türken und das andere Mal den Perser gegen sie auf? Und das thun Christen! Andere, welche die Lehre des Weltheilandes wirklich befolgen, bringen die Worte der Liebe und des Erbarmens in dieses Land, und ihr säet Unkraut zwischen den Weizen, daß er erstickt, eure Saat aber tausendfältige Früchte trägt. Fliehe zu deinem Popen; er mag für dich um Vergebung bitten! Du hast auch den Russen gedient?«

»Ja, Herr.«

»Wo?«

»In Stambul.«

»Wohlan! Ich sehe, daß du wenigstens noch fähig bist, die Wahrheit zu bekennen, und daher will ich dich nicht der Rache der Haddedihn übergeben.«

»Thue es nicht, Effendi! Meine Seele wird dich dafür segnen!«

»Behalte deinen Segen! Wie ist dein Name?«