»Hund, du wagst es, zu uns zu kommen?«

Ich hatte zum Glück die Büchse vorgenommen und konnte mit ihrem Kolben den Wurf parieren; aber die Lanzen sämtlicher Knaben waren auf mich gerichtet. Ich machte mir nicht sehr viel daraus, gab vielmehr meinem Rappen die Schenkel und drängte ihn hart an das Roß des Angreifers. Er allein von allen mochte das zwanzigste Jahr erreicht haben.

»Knabe, du wagst es, einen Gast deines Stammes anzugreifen?«

Mit diesen Worten riß ich ihn zu mir herüber und setzte ihn vor mir auf den Hengst. Er hing an meiner Hand mit schlaffen Gelenken wie ein Gliedermann; die Angst war ihm in den Leib gefahren.

»Nun stecht, wenn ihr jemand töten wollt!« fügte ich hinzu.

Sie hüteten sich wohl, dies zu thun, denn er bildete einen Schild vor mir; aber die wackern Knaben waren nicht ganz unentschlossen. Einige von ihnen stiegen vom Pferde und versuchten, von der Seite oder von hinten an mich zu kommen, während die andern mich vorn beschäftigten. Sollte ich sie verwunden? Es wäre jammerschade gewesen. Ich drängte daher das Pferd hart an eines der Zelte, daß ich den Rücken frei bekam, und frug:

»Was habe ich euch gethan, daß ihr mich töten wollt?«

»Wir kennen dich,« antwortete einer. »Du sollst uns nicht wieder entkommen, du Mann mit der Löwenhaut!«

»Du sprichst sehr kühn, du Knabe mit der Lämmerhaut!«

Da hob eine alte Frau heulend ihre Hände empor und rief: