Er wurde unterbrochen. Den Esel schien die Erzählung, da er anerkanntermaßen die türkische Sprache nicht verstand, zu langweilen; er that das Maul auf und ließ einen Doppeltriller erschallen, der nur mit der vereinigten Leistung einer Hornpipe und einer zerbrochenen Tuba verglichen werden konnte. Da drängte sich ein Mann durch die Versammlung und trat in den Flur. Hier bemerkte er mich.
»Emir, ist es wahr, daß du angekommen bist? Ich hörte es erst jetzt, da ich in den Bergen war. Wie freue ich mich! Erlaube, daß ich dich begrüße.«
Es war Selek. Er nahm meine Hand und küßte sie. Diese Art, seinen Respekt zu beweisen, ist bei den Dschesidi überhaupt sehr gebräuchlich.
»Wo sind Pali und Melaf?« fragte ich ihn.
»Sie haben Pir Kamek getroffen und sind mit ihm hinab nach Mossul zu. Ich habe Ali Bey eine Botschaft zu bringen. Sehe ich dich nachher wieder?«
»Ich stand soeben im Begriff, zu ihm zu gehen. Ist diese Botschaft vielleicht ein Geheimnis?«
»Möglich; aber du darfst sie hören. Komm, Emir!«
Wir gingen in die Frauenwohnung, wo der Bey sich befand. Es schien, daß der Zutritt dort jedermann erlaubt sei. Auch Halef befand sich dort. Der gute Hadschi war schon wieder beim Essen.
»Herr,« meinte Selek, »ich war in den Bergen über Bozan hinauf und habe dir etwas mitzuteilen.«
»Sprich!«