»Wer den Wald genau kennt, dem wird es gelingen.«

»Wie lange Zeit würde man brauchen, um unsere Weiber und Kinder und auch unsere Tiere dort unterzubringen?«

»Einen halben Tag. Geht man über Scheik Adi, so steigt man hinter dem Grabe des Heiligen die enge Schlucht empor, und kein Türke wird bemerken, was wir thun.«

»Du bist der beste Kenner dieser Gegend. Ich werde weiter mit dir sprechen, bis dahin aber schweigst du gegen jedermann. Ich wollte dich bitten, hier den Emir zu bedienen, aber du wirst wohl anderweit gebraucht.«

»Darf ich ihm meinen Sohn senden?«

»Thue es!«

»Spricht er ein gutes Kurdisch?« fragte ich.

»Er versteht Kurmangdschi und auch Zaza.«

»So sende mir ihn, er wird mir sehr willkommen sein!«

Selek ging, und es wurde die Vorbereitung zu dem Mahle getroffen. Da die Gastfreundschaft der Dschesidi eine unbeschränkte ist, so waren bei demselben wohl gegen zwanzig Personen beteiligt, und Mohammed Emin und mir zur Ehre wurde eine Tafelmusik veranstaltet. Die Kapelle bestand aus drei Männern, welche die Thembure, Kamantsche und die Bülure spielten, drei Instrumente, welche man mit unserer Flöte, Guitarre und Violine vergleichen könnte. Die Musik war sanft und melodiös; überhaupt bemerkte ich noch später, daß die Dschesidi einen bessern musikalischen Geschmack besitzen, als die Anhänger des Islam.