»Mit deinem Häuptling.«
»Steige ab und folge mir!«
Wir stiegen von den Pferden und nahmen sie beim Zügel. Der Kurde führte uns in den Wald hinein, in dessen Tiefe wir einen starken, aus gefällten Bäumen errichteten Verhau erreichten, hinter welchem wir zahlreiche Hütten liegen sahen, die nur aus Stangen, Ästen und Laubwerk hergestellt waren. In dieser Barrikade war eine schmale Öffnung gelassen worden, die uns den Eingang gestattete. Nun sahen wir mehrere Hunderte von Kindern sich zwischen den Hütten und Bäumen umhertummeln, während die Erwachsenen, sowohl Männer als Frauen, damit beschäftigt waren, den Verhau zu vergrößern und zu befestigen. Auf einer der größten Hütten saß ein Mann. Es war der Häuptling, der diesen höheren Platz eingenommen hatte, um einen freieren Überblick zu haben und die Arbeit besser dirigieren zu können. Als er meinen Begleiter erblickte, sprang er herab und kam uns entgegen.
»Kjeïr ati; Chode dáuleta ta mazen b’ket – sei willkommen; Gott vermehre deinen Reichtum!«
Bei diesen Worten gab er ihm die Hand und winkte einem Weibe, welches eine Decke ausbreitete, auf welche wir uns niedersetzten. Mich schien er gar nicht zu beachten. Ein Dschesidi wäre auch gegen mich höflich gewesen. Dasselbe Weib, welches jedenfalls seine Frau war, brachte jetzt drei Pfeifen, welche ziemlich roh aus dem Holze eines Indschaz[216] geschnitten waren, und ein junges Mädchen trug eine Schüssel auf, in welcher Trauben und Honigscheiben lagen. Der Häuptling nahm seinen Tabaksbeutel, welcher aus dem Felle einer Katze gearbeitet war, vom Gürtel, öffnete ihn und legte ihn vor Ali Bey.
[216] Pomeranzenbaum.
»Taklif b’ ela k’ narek, au, beïn ma batal – mache keine Umstände, die unter uns überflüssig sind!« sagte er.
Dabei griff er mit seinen schmutzigen Händen in den Honig, zog sich mit den Fingern ein Stück heraus und schob es in den Mund.
Der Bey stopfte sich die Pfeife und steckte sie in Brand.
»Sage mir, ob Freundschaft ist zwischen mir und dir!« begann er die Unterhaltung.