Dieser Ruf hatte in dem Kopfe meines Halef eine gelinde Art von Größenwahn erweckt, der ihn aber glücklicherweise nicht hinderte, mir der treueste und aufmerksamste Diener zu sein. Daß er am meisten beitrug, meinen Ruhm zu verbreiten, das versteht sich ganz von selbst; er war ganz und gar in das schmachvolle Laster des weiland Barons Münchhausen senior verfallen und versuchte nebenbei, durch eine Grobheit zu glänzen, welche klassisch zu werden drohte.

So hatte er sich, unter anderem, von seinem geringen Lohne eine Nilpeitsche gekauft, ohne welche er gar nicht zu sehen war. Er kannte Ägypten von früherher und behauptete, daß ohne Peitsche da gar nicht auszukommen sei, weil sie größere Wunder thue als Höflichkeit und Geld, von welchem letzteren mir allerdings kein großer Überfluß zur Verfügung stand.

»Gott erhalte deine Rede, Sihdi,« hörte ich die bittende Stimme wieder; »aber ich muß deinen Effendi, den großen Arzt aus Frankhistan, wirklich sehen und sprechen.«

»Jetzt nicht.«

»Es ist sehr notwendig, sonst hätte mich mein Herr nicht gesandt.«

»Wer ist dein Herr?«

»Es ist der reiche und mächtige Abrahim-Mamur, dem Allah tausend Jahre schenken möge.«

»Abrahim-Mamur? Wer ist denn dieser Abrahim-Mamur, und wie hieß sein Vater? Wer war der Vater seines Vaters und der Vater seines Vatervaters? Von wem wurde er geboren und wo leben die, denen er seinen Namen verdankt?«

»Das weiß ich nicht, Sihdi, aber er ist ein mächtiger Herr, wie ja schon sein Name sagt.«

»Sein Name? Was meinst du?«