Weib
kommt mit Papier und Schreibzeug aus der Nebentür

Und grad heut, wo du so müd bist. Laß es doch gut sein. Stellt das Schreibzeug auf den Tisch und schiebt es ihm bequem zu So. Aber mach mir aufs weiße Tischtuch kein Tintenfleck. Setzt sich abseits.

Mann
beginnt zu schreiben. Läßt ein Weilchen die Feder über das Papier kratzen. Hält dann inne und legt die Feder weg. Wischt sich über die Stirn

Es ist doch was Spaßiges ums Testamentmachen. Zum Weib Jetz ist mir ein eiskalter Grusler über den Rücken glaufen.

Weib

Was du nit sagst. Erhebt sich und tritt an den Tisch. Sieht über die Schulter des Mannes auf das Blatt und liest „Für den Fall meines Todes vermache ich meinem stellt sich gerührt lieben Eheweib …“ dann na, so was; ich glaubs, daß es einen da gruselt. Das ist ja grad, als wenn einem der Klapperhans schon hinten über die Achsel hereinschauet. Nimmt das Blatt an sich Weg mit dem Wisch. Ich laß dich nit weiterschreiben. Zu was sollst dich da lang martern?

Mann

Hast recht; bin heut auch zu müd. Leg das Blatt in Kasten. Ich schreibs morgen fertig.

Weib
hält das Blatt in der Hand; unwirsch

Na also. Wenn ich schon immerfort sag: Laß es gut sein. Dann mit dem Blatt in der Hand zögernd, als käme ihr ein Bedenken Ja, aber sag Mann; du bist doch sonst so ein gscheiter Mensch; ist denn das schlau?