Wenn Sie es nit täten — da wären Sie wohl ein trauriger Tropf. Dann So; jetz gehn Sie nur, Herr Jäger. Ich wünsch Ihnen viel Glück und ein schöns Avancieren; gehn Sie, machen Sie ein End; damit s endlich aus ist mit uns zwei. Denn sehen, mein lieber Jäger, wirst mich dann nie mehr, wenn ich meine bürgerliche Ehr nimmer hab; da möcht ich mich lieber in ein Mausloch verkriechen. Aber immer noch besser, mein Bürgerehr ist hin, als mein Weibsehr. Denn vor dir könnt ich mich als braves Ehweib sowieso nicht mehr halten.

Jäger
knirschend, im Kampf mit sich

Falsche Katz; du biegst mich nit um: Ich zeig dich an und ohne Pardon.

Weib heftig

Und wenn Sie es nit täten — ich speiet Sie an. Sie sollen und müssen Ihr Sterndl kriegen. Wenn Sie dann ein jung verheirater Wachtmeister sein, und nach dem Dienst daheim ihre lange Pfeife rauchen; und es rutscht schon ein junges Jägerle auf Ihrem Knie herum und greift mit seinen Handerln nach Ihrem Blusenkragen um die weißen Sterndln — Herr Jäger, ich wünsch Ihnen nichts Schlechtes; aber dann denken Sie dran, durch was für ein Luderspiel mit einem Weib Sie zum ersten Stern kommen sein; näher an ihn heran da könnt schon sein, daß Gott Sie straft — an Ihrem Kind; daß ihm die Hand abfault, wenns nach dem Sterndl greift.

Jäger erschaudernd

Weib; hat dich die Höll ausgspien?

Weib stampft mit dem Fuße

Was stehn Sie noch da? Marsch fort. Ich will anzeigt sein.

Jäger
steht durchschauert; dann innerlich zerrissen; verzweifelt