Nun wusten nicht die Boten, warum das möge sein, 1470
Daß sie diesen Hagen von Tronje nicht am Rhein
Bleiben laßen sollten. Bald ward es ihnen leid:
Durch ihn war manchem Degen mit dem grimmen Tode gedräut.
Botenbrief und Siegel ward ihnen nun gegeben; 1471
Sie fuhren reich an Gute und mochten herrlich leben.
Urlaub gab ihnen Etzel und sein schönes Weib;
Ihnen war auch wohlgezieret mit guten Kleidern der Leib.
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Vierundzwanzigstes Abenteuer.
Wie Werbel und Schwemmel die Botschaft brachten.
Als Etzel seine Fiedler hin zum Rheine sandte, 1472
Da flogen diese Mären von Lande zu Lande:
Mit schnellen Abgesandten bat er und entbot
Zu seinem Hofgelage; da holte Mancher sich den Tod.
Die Boten ritten hinnen aus der Heunen Land 1473
Zu den Burgunden, wohin man sie gesandt
Zu dreien edeln Königen und ihrer Mannen Heer:
Daß sie zu Etzeln kämen; da beeilten sie sich sehr.
Zu Bechlaren ritten schon die Boten ein. 1474
Ihnen diente man da gerne und ließ auch das nicht sein:
Ihre Grüße sandten Rüdger und Gotelind
Den Degen an dem Rheine und auch des Markgrafen Kind.
Sie ließen ohne Gaben die Boten nicht hindann, 1475
Daß desto sanfter führen Die Etzeln unterthan.
Uten und ihren Söhnen entbot da Rüdiger,
Ihnen so gewogen hätten sie keinen Markgrafen mehr.
Sie entboten auch Brunhilden Alles, was lieb und gut, 1476
Ihre stäte Treue und dienstbereiten Muth.
Da wollten nach der Rede die Boten weiter ziehn;
Gott bat sie zu bewahren Gotlind die edle Markgräfin.