Sie führten bei sich Einen aus Burgundenland, 1644
Der ein gar behender Held und Volker ward genannt.
Der redete da launig nach seinem kühnen Muth:
Was Hagen je begangen, den Fiedler dauchte das gut.
Als der Kaplan des Königs das Schiff zerschlagen sah, 1645
Ueber das Wasser zu Hagen sprach er da:
"Ihr Mörder ohne Treue, was hatt ich euch gethan,
Daß mich unschuldgen Pfaffen eur Herz zu ertranken sann?"
Zur Antwort gab ihm Hagen: "Die Rede laßt beiseit: 1646
Mich kümmert, meiner Treue, daß ihr entkommen seid
Hier von meinen Händen, das glaubt ohne Spott."
Da sprach der arme Priester: "Dafür lob ich ewig Gott.
"Ich fürcht euch nun wenig, des dürft ihr sicher sein: 1647
Fahrt ihr zu den Heunen, so will ich über Rhein.
Gott laß euch nimmer wieder nach dem Rheine kommen,
Das wünsch ich euch von Herzen: schier das Leben habt ihr mir genommen."
Da sprach König Gunther zu seinem Kapellan: 1648
"Ich will euch alles büßen, was Hagen euch gethan
Hat in seinem Zorne, komm ich an den Rhein
Mit meinem Leben wieder: des sollt ihr außer Sorge sein.
"Fahrt wieder heim zu Lande; es muß nun also sein. 1649
Ich entbiete meine Grüße der lieben Frauen mein
Und meinen andern Freunden, wie ich billig soll:
Sagt ihnen liebe Märe, daß wir noch alle fuhren wohl."
Die Rosse standen harrend, die Säumer wohl geladen; 1650
Sie hatten auf der Reise bisher noch keinen Schaden
Genommen, der sie schmerzte, als des Königs Kaplan:
Der must auf seinen Füßen sich zum Rheine suchen Bahn.
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Sechsundzwanzigstes Abenteuer.
Wie Dankwart Gelfraten erschlug.