Mit lachendem Munde sprach da Rüdiger: 1711
"Nun wohl mir dieser Märe, daß die Könige hehr
Meinen Dienst verlangen: dazu bin ich bereit.
Wenn sie ins Haus mir kommen, des bin ich höchlich erfreut."

"Dankwart der Marschall hat euch kund gethan, 1712
Wer euch zu Hause noch heute zieht heran:
Sechzig kühner Recken und tausend Ritter gut
Mit neuntausend Knechten." Da ward ihm fröhlich zu Muth.

"Wohl mir dieser Gäste," sprach da Rüdiger, 1713
"Daß mir zu Hause kommen diese Recken hehr,
Denen ich noch selten hab einen Dienst gethan.
Entgegen reitet ihnen, sei's Freund oder Unterthan."

Da eilte zu den Rossen Ritter so wie Knecht: 1714
Was sie der Herr geheißen, das dauchte Alle recht.
Sie brachten ihre Dienste um so schneller dar.
Noch wust es nicht Frau Gotlind, die in ihrer Kammer war.

* * * * *

Siebenundzwanzigstes Abenteuer.

Wie sie nach Bechlaren kamen.

Hin gieng der Markgraf, wo er die Frauen fand, 1715
Sein Weib und seine Tochter. Denen macht' er da bekannt
Diese liebe Märe, die er jetzt vernommen,
Daß ihrer Frauen Brüder zu ihrem Hause sollten kommen.

"Viel liebe Traute," sprach da Rüdiger, 1716
"Ihr sollt sie wohl empfangen, die edeln Könge hehr,
Wenn sie und ihr Gesinde vor euch zu Hofe gehn;
Ihr sollt auch freundlich grüßen Hagen in Gunthers Lehn.

"Mit ihnen kommt auch Einer mit Namen Dankwart; 1717
Ein Andrer heißt Volker, an Ehren wohlbewahrt.
Die Sechse sollt ihr küssen, ihr und die Tochter mein,
Und sollt in höfschen Züchten diesen Recken freundlich sein."