Helferich der starke Dankwarten schlug: 2405
Gunthern und Geiselhern war es leid genug,
Als sie ihn fallen sahen in der starken Noth;
Doch hatten seine Hände wohl vergolten seinen Tod.
So viel aus manchen Landen hier Volks versammelt war, 2406
Viel Fürsten kraftgerüstet gegen die kleine Schar,
Wären die Christenleute nicht wider sie gewesen,
Durch ihre Tugend mochten sie vor allen Heiden wohl genesen.
Derweil schuf sich Wolfhart hin und wieder Bahn, 2407
Alles niederhauend, was Gunthern unterthan.
Er machte nun zum dritten Mal die Runde durch den Saal:
Da fiel von seinen Händen gar mancher Recke zu Thal.
Da rief der starke Geiselher Wolfharten an: 2408
"O weh, daß ich so grimmen Feind je gewann!
Kühner Ritter edel, nun wende dich hieher!
Ich will es helfen enden, nicht länger trag ich es mehr."
Zu Geiselheren wandte sich Wolfhart in den Streit. 2409
Da schlugen sich die Recken manche Wunde weit.
Mit solchem Ungestüme er zu dem König drang,
Daß unter seinen Füßen übers Haupt das Blut ihm sprang.
Mit schnellen grimmen Schlägen der schönen Ute Kind 2410
Empfieng da Wolfharten, den Helden hochgesinnt.
Wie stark auch war der Degen, wie sollt er hier gedeihn?
Es konnte nimmer kühner ein so junger König sein.
Da schlug er Wolfharten durch einen Harnisch gut, 2411
Daß ihm aus der Wunde niederschoß das Blut:
Zum Tode war verwundet Dietrichens Unterthan.
Wohl must er sein ein Recke, der solche Werke gethan.
Als der kühne Wolfhart die Wund an sich empfand, 2412
Den Schild ließ er fallen: höher in der Hand
Hob er ein starkes Waffen, das war wohl scharf genug:
Durch Helm und Panzerringe der Degen Geiselhern schlug.
Den grimmen Tod einander hatten sie angethan. 2413
Da lebt' auch Niemand weiter, der Dietrich unterthan.
Hildebrand der alte Wolfharten fallen sah:
Gewiss vor seinem Tode solch Leid ihm nimmer geschah.
Erstorben waren Alle Die in Gunthers Lehn 2414
Und Die in Dietrichens. Hilbranden sah man gehn,
Wo Wolfhart war gefallen nieder in das Blut.
Er umschloß mit Armen den Degen bieder und gut.