[Inhaltsverzeichnis.]
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| 1. Einleitung. Kultur ist Naturbeherrschung. Die weißeRasse steht darin zu oberst, doch beruht auch ihre Herrschaft mehrauf bloßer Erfahrung als auf wahrer Erkenntnis der Naturgesetze.Wie steht es damit bei den Naturvölkern? | [7–8] | ||
| 2. Die Freihaltung der Hand. Arbeitsmöglichkeitdes Menschen nur bei dauernd freier Hand. Vom Sammelbeutelder Urzeit bis zum Damenhandtäschchen und zum Rucksack vonheute. Die Kindertragarten | [8–15] | ||
| 3. Der Aufmarsch. Die Einteilung der Physik und dieEinpassung ethnographischer Erscheinungen in ihren Rahmen | [15–16] | ||
| 4. Holz und Stein. Holzzeit und Steinzeit. Das Parallelogrammder Kräfte. Wesen des direkten und des indirektenSchlages. Der schräge Schlag und der Schlagbuckel. Das Abdrücken.Einfache und zusammengesetzte Maschinen. Der Grabstockals Keil und Hebel. Die Schneid-, Hieb- und Stichwerkzeuge | [16–22] | ||
| 5. Das Leitungsvermögen. Inneres und äußeresLeitungsvermögen. Gute und schlechte Leiter. Die Prinzipien derTracht und der Wohnung. Das Feuer und das Leitungsvermögender Kochgerätschaften. Holzzange und vegetabiler Kochtopf | [22–28] | ||
| 6. Der Luftdruck. Wesen des Siedens. Der Schildkrötenfangmit dem Fisch. Verwandlung der Arbeit in Wärme.Das pneumatische Feuerzeug. Der Schröpfkopf im dunklen Weltteil | [28–30] | ||
| 7. Hebel, Rolle und Rad an der Welle. | |||
| a) | Der Hebel. Zweiarmige und einarmige Hebel. Bohrmaschinenin Vorzeit und Gegenwart. Das Wurfholzund die Schleuder. Zentrifugal- und Zentripetalkraft.Die Ölpresse der Pangwe. Das Tipití-Problem | [31–38] | |
| b) | Die Rolle. Feste und bewegliche Rollen. Der Flaschenzugbei den Eskimo | [38–41] | |
| c) | Das Rad an der Welle. Das Differentialwellradbei den Chinesen. Die Baumwollentkernmaschine inSüdasien | [41–42] | |
| 8. Schiefe Ebene, Keil und Schraube. Die schiefeEbene als Rampe und als Keil. Die Rampe im alten Orient undim neolithischen Europa. Die Megalithen der Alten Welt undOzeaniens. Ernst Machs Ansicht vom ethischen und kulturhistorischenVerdienst der Sklaverei. Bedeutung der organisierten Arbeit.Auch die Riesenbauten von Alt-Peru und Ozeanien nur durch Organisationmöglich. Das Brewarrina-Labyrinth in Alt-Australien.Seilbahnen und Gleitbrücken in den Kordilleren und in Hochasien.Der Pflug als Paradigma der bewegten schiefen Ebene. — DerDrall. Angewandte Festigkeitslehre in Afrika. Abgesetzt geschmiedeteSpeer- und Pfeilspitzen. Bulbul oder der Drall beimKinderspielzeug von Neumecklenburg. Der Wurfriemen der Griechen,Römer und Neukaledonier. — Die aufgewickelte schiefeEbene oder die Schraube. Der Drillbohrer bei uns und imStillen Ozean. Das Schwungrad. Parallellaufende Schraubenräderin Südostasien. Die Eskimoschraube. Der Bumerang ein StückSchraubenmutter | [42–54] | ||
| 9. Das Beharrungsvermögen. Der Besitz der Rotationals ein Kriterium des Fortschritts. Das Wesen der Trägheit.Kreisel und Diabolo. Spindel und Spinnwirtel. Bola und Lasso | [54–60] | ||
| 10. Das Parallelogramm der Kräfte. Streichruderund Paddel. Die schnellen Dualaboote. Das Segeln. Alter, Verbreitungund Wesen des Kreuzens gegen den Wind. Warum dieMikronesier nicht über Stag gehen können. Der Fischdrachenund das Wesen des Luftdrachens | [60–65] | ||
| 11. Licht und Schall. Das Fischspeeren und der Brechungsquotient.Das Negertelephon. Die Trommelsprache und dieTonhöhen. Das drahtlose Telephon Südamerikas | [66–68] | ||
| 12. Schlußbetrachtungen. Die Naturvölker keine absolutenNaturbeherrscher, aber doch Herren ihres Lebensraumes. Diekünstliche Beleuchtung. Der Docht und die Kapillarität. Wie dieOzeanier sich vor dem Verdursten schützen. Filtrieranlagen. DerWassertransport und die Interferenz. Das Sagoschlämmen unddas spezifische Gewicht. Die Töpferscheibe. Hat der Neger dieEisentechnik erfunden? Hochöfen und Gebläse. Die Elastizitätund ihre Anwendung | [69–76] | ||
[1. Einleitung.]
Den Begriff Kultur definieren wir für gewöhnlich als die Gesamtsumme aller geistigen Errungenschaften einer Zeit. Demgegenüber kann man auch sagen: Kultur ist Naturbeherrschung. Nur wer der Natur und ihren Gegebenheiten als Herr gegenübersteht, besitzt Kultur, die um so höher sein wird, je unumschränkter sich jene Beherrschung darstellt.
Tritt man von diesem Gesichtspunkt an eine Betrachtung der Menschheit heran, so stellen wir, wenigstens nach unserer Meinung, den Gipfelpunkt aller Völker und Zeiten überhaupt dar. Die weiße Rasse spielt förmlich mit den Elementen im chemischen Sinn; sie hat sich eine große Anzahl von Gesetzen der Physik untertan gemacht; sie verändert nach Belieben die Erdoberfläche durch Abtragung und Aufschüttung, fährt unter dem Wasser und in der Luft — kurz, sie macht mit dem Erdball, was sie will.
Soweit die technische Seite der Kultur in Frage kommt, wird man diesen Leistungen seine rückhaltlose Bewunderung nicht versagen können. Anders steht es hingegen um die moralische Seite. Vom gegenwärtigen Augenblick und der Zeit des Weltkrieges ganz abgesehen, wo durch Lüge und sittlichen Zusammenbruch ärger gesündigt worden ist als vielleicht jemals in der Menschheitsgeschichte, hat unsere Rasse nicht allzuviel Anlaß, auf ihr Verhalten in sich selbst und gegen die anderen stolz zu sein. Wollen wir also den Eindruck des Überragenden für uns bewahren, so bleibt nichts übrig, als vor allem eben jene technische Seite zu betonen.
Aber auch auf diesem Gebiete sind wir in höherem Grade das Opfer unserer Einbildung und Selbstüberschätzung als uns gemeinhin zum Bewußtsein kommt. Niemand wird den hohen Rang und die staunenswerten Leistungen unserer Chemie und Physik, soweit sie von der strengen Wissenschaft getragen werden, anzweifeln oder sie herabzusetzen wagen. Aber wenn wir im gleichen Atem auch von einer Chemie und Physik des täglichen Lebens, sozusagen unseres Haushaltes sprechen, so sieht die Sache sogleich wesentlich anders aus, soweit es sich um das Verständnis des einzelnen handelt. Jeder Großstadtbewohner fährt wohl täglich mit der Straßenbahn, aber wie wenigen sind die bei ihr zur Anwendung gelangenden physikalischen Gesetze geläufig! Genau das gleiche gilt, ob wir mit oder ohne Draht telegraphieren, durch das Opernglas schauen, durch das Telephon sprechen oder hören usw.