Dann warfen sich alle Frauen in den See aus den Bäumen. Ostwind trug Wellenberge herüber und wühlte sie auf und warf die Schwimmenden einander zu über die glatten Tierrücken der Woge. Immer gaminte Katharys Harmonika über dem weißen Zischen. Da hielt ich nicht länger unter ihren grünen Augen und vergaß Ellens Flöte und behielt Katharys Blick in der Gurgel hinter der Zunge.

Wie eine Herde Antilopen steigen die Frauen aus dem Wasser und rennen in breiter Linie in den Park. Das Moos federt ihre Sohlen braunrot in die Höhe, und die schlanken Schenkel leuchten unter den Bäumen.

Auf einer Wiese begann Ellen die Schlacht. Heu aufraffend, mit beiden Armen es an die Brust gepreßt, warf sie die Garbe in die Luft. Da sprangen alle, die schwarzen Schwimmanzüge glänzend wie Pantherhaut, auf den Rasen, biegen die Brüste zurück und schleudern das Gras in die Nacken, auf das Gesicht. Aber schon prallt eine Dogge in die Schlacht.

Aus getrenntem Holunder tritt plötzlich eine Dame im Reitanzug vor den glühenden Vollzug. Bleichen Gesichts bleibt sie in Spannung wie eine Herme stehen, kaum bebend. Der Reitstock klemmt unter ihrem Arm, ein roter Stein im Griff. Ich trinke im Wenden noch Katharys grausames Lächeln.

Die Frauen rennen fliehend nach der Küste. Flott gemachte Kähne rauschten durch Binsenschleier. Die Flottille warf Segel aus und streifte in die See. Ein Dampfer voll Menschen, Fahnen um das ganze Deck, stürmte uns noch läutend vorüber. Die Drachenköpfe glitten stolz an seinem goldenen Löwen vorbei.

Schon aber rauschten die Segel, sich schaukelnd vor dem Schloß.

Der Abend goß sich in glashell erleuchteter Kuppel aus. Die gemaserten Wellendämme ebbten windlos zu bleierner Fläche, auf die in dunkler Brunst die Sonne herabfiel. Manchmal liefen langsam ausgeatmete Bogen über den See von einem stundenfernen Dampfer und klirrten sich tot an der Terrasse. Dann tanzten ungeheure Farbenbüschel auf dem Stahldunkel des Wassers und fielen wie ein brennender Fächer in Nichts. Aus der Dunkelheit kehrte ein kleiner Halbkreis in das Auge zurück, ein weißes Brodeln.

Ich warf mich auf die Erde und hörte aus der fassungslosen Nacht an meinem Herzschlag den Puls der wild aus Furcht toll erregten Haut des Wassers schlagen.

Dann fuhr ich mit Jackl hinaus, die letzten Segel zu reffen. Auf der Terrasse lag der Anschlag eines gedämpften Klaviers. Als wir zurückfuhren, löschten die Lichter aus.

Aber die mondlose Julinacht war schwellend und unerträglich geworden. Auf und ab gehend die Küste wühlte über der Starre der See mein Herz sich auf. Über das Schweigen der erregten Dunkelheit kam ihm eine Yacht, und auf der Gaffel hingen zwei schlanke helle Beine, lange Finger spannten eine Flöte vor den Mund. Es gab einen Schein, der von dem Segel rasch verschwendet, erlosch in die Nacht zurück. Aber dagegen erhob sich die wilde Katze aus dem Park und schrie: Ich wählte: Katharys Zähne und Ellens Tieraugen.