Dann brach der Blick. Ein Zucken lief vom Hals über die Brust und spielte mit schwachen Erschütterungen über den Bauch.
Da tat Maintoni dies, das größer war und furchtbarer, wie alles, was Rodriguez gab, als er sie von der Klippe rettete . . . Maintoni tat es: sie trat dem Sterbenden mit dem Fuß breit ins Gesicht; sein Kopf rollte schwerfällig zurück.
Und Maintoni lief hinunter zum Strand. Sie warf sich vor dem Meer auf die Knie, und indem sie in den ungeheuren Glanz der kommenden Sonne viele Male hineinrief: „O Santa Maria . . . Santa Maria de la Mar . . .“, schlug sie die Hände vor das Gesicht, weinte laut und schrie.
[Fifis herbstliche Passion]
Brigitte: Und begreifst du nun das Leben?
Ulrich: Jetzt begreife ich den Tod.
Carl Sternheim
Und niemals wieder war die Liebe so sanft, demütig und rein,
So voller Musik wie da . . .
Ernst Stadler
Die Straßen mit den tagmüden, grauen Trottoirs wurden gesprengt, und die schweifhaften, breiten Güsse, die den säenden und starken Gesten der Männer entflogen, legten sich klatschend und eigenwillig auf den Boden. Es wurde Abend. Die Weiden und Eschen der Gärten schwebten scheu und flimmernd vor der ungeheuren Ruhe des opalenen und tiefgelben Himmels. Und wie das Wasser das Irisierende aus der Luft sog, schritten die Menschen über die Straßen wie über Bilder von Signac oder Croß: Eine Viertelstunde brannte die Stadt in einer stillen Glut von gelbem Getupf.
Brandfeuer rannen in dünnen Strähnen dann in die Stadt und mischten sich Glockengeläut und dem grausamen Drang einer fressenden Dämmerung. Wie Schlünde tagelang entfeuerter Kanonen brachen die Schloßfenster über die auslöschenden Häuserquadrate, feierlich, hart und alt, eine Zeit noch hinaus.