Bandieren und Standarten spannten sich auf Las Casas’ Galeeren. Morgens und abends bliesen sie Hörner auf dem Vorderdeck. Das Meer wechselte blau und grün. Gegen Mallorka zu ward es wie Bernstein, als lägen glühende Monde auf dem Grund. Die Sklaven ließen die Ruder und beugten sich über die Geländer und starrten in die Tiefe. Doch Las Casas befahl sie zu prügeln, und sie krochen wie die Hunde zurück.

Über die Poppa hing eine Fanale aus weißer Seide mit Las Casas’ Wappen in Granaten bestickt. Menorkas Leuchtturm glühte in der Nacht vorüber.

Bei der Insel Galita war eine Falle für den Bassa gelegt. Zwei kleine Segler mit Lamawolle und Wein aus Malacca. Doch sie verschwanden nachts, lautlos.

Las Casas kreuzte ganz Tunis ab.

In einem Felsversteck schloß er ein paar türkische Caramuzzals ein, die völlig braun waren und fabelhaft in den schmalen Buchten lavierten. Sie schossen verzweifelt mit Hagel und Ketten aus kleinen Kanonen. Beim Entern sprang ein Mann zu ihnen herüber, Psalmen singend und Gott lobend. Las Casas ließ ihn trotz dem Geplärr in Ketten legen. Die anderen schlug sein Henker mit der Keule tot und vierteilte sie. Die stärksten wurden auf die Ruderbänke geschmiedet. Die Türken hatten eine Anzahl weggeschossen. Andere stach die Sonne zusammen.

Da der Renegat den ganzen Tag Hymnen sang (sein Blick hatte den gewöhnlichen Wahnsinn der Überläufer), weigerten die Aufseher sich, ihn langsam totzuschlagen. Las Casas besah das Wunder. Das fiel vor ihm hin und nannte sich einen Franziskaner aus Jerusalem, der gezwungen übergetreten war. Er küßte die Füße Las Casas’, und als der ihn nach dem Versteck des Bassa fragte, heulte er auf, drohte und fluchte dem Türken und schrie, daß er den Platz wisse. In den Kadenzen eines Pilgermarsches gab er singend die Weisungen für das Schiff.

Las Casas ließ ihn an das Steuer schmieden und versprach ihm straflose Freiheit, wenn sie den Bassa fingen. Legte aber eine Pistole in die Nähe seines Blicks und sagte ihm, daß sie allein für ihn sei — — — für den anderen Fall. Der Renegat allein lobte nur Gott.

Wie sie an die Stelle kamen, an der sie den Bassa überraschen sollten, sahen sie eine gelbe Caramuzzal in einem schönen Bogen eine Mauer von Klippen nach dem Lande zu durchschneiden. Von beiden Seiten wurden sie mit Brandpfeilen und glühenden Eisen überschüttet.

Da befahl der Marques zu landen, schiffte zweihundert Soldaten aus, fing und erschlug eine Anzahl Araber, die sich verzogen, und nahm die gelbe Caramuzzal, die äußerst kostbar war. Zwei verschnittene Nubier saßen vor des Bassas Kajüte. Er ließ sie foltern und sie gestanden, daß er wenige Tage entfernt im Innern seinen Hauptpalast, ein stehendes Lager und den Harem hätte.

Las Casas beschloß die Expedition zum nächsten Morgen. Sein Herz ging hoch, als ob er ganz dicht am Ziel sei. Er behielt nur fünfzig Soldaten. Die Galeeren sollten so lange kreuzen.