wo zwar das Gemecker eines ehemaligen Königs über seine eignen Stiefelspitzen in seiner namenlosen Albernheit von derselben Widerlichkeit berührt wie die Brillantenschiebungen des süddeutschen Prinzen und die Massierung der Grenze im amerikanischen Auto (und Diplomatenpaß) voll Antiquitäten . . . . . .

wo zwar die Kavallerieattacken des württembergischen Generals am Bakkarattisch des Kurhauses zwischen Schiebern und aufgekommenen Zuhältern in ihrer Wurstigkeit um den Brand des ringsum angezündeten Europas noch glänzender berühren als das schwachsinnige Gekeif gegen die Republik der ehemaligen popogescheitelten Beamten . . . . . .

und wo erst recht die theoretische Hingabe an den neuen Zustand vereinzelter Freunde in seiner Ehrlichkeit, Zögerung, Bedingtheit nur die ungeheure innere Befremdung und lediglich von adliger Gebärde überglättete Hilfslosigkeit anzeigt.

. . . . . . Wo sie bei Eisners Ermordung zwar Faschingsbälle abhielten, während in München Hunderttausend eine Blutwolke wie nie seit den Hugenotten zu beschwören nah waren . . . und bei der Baltikumer und Kapps ungenialer Harlekinade foxtrottend wahrlich hinlänglich bewiesen ihr Désinteressement an Deutschland, das freilich ihre Herrschaft nicht nach der französischen Revolution geknickt, sondern nur in seiner bubenhaften politischen Nachlässigkeit es unter dem zweiten Wilhelm zu so falscher und maskeradenhafter Herrlichkeit der siebentklassischen Leute hatte werden lassen.

. . . . . . Wo die Entfernungen zwischen den geistigen Trägern der Rasse und den Aristokraten so irrsinnig sich verzogen haben, daß den meisten adligen Exemplaren in Deutschland sogar der Künstler, mit dem sie gern früher sich mischten und den sie trugen in die Höhe der wundervollen Epochen . . . . daß er ihnen ein Wesen geworden, bestaunbar wie ein Papagei in seiner Fremdheit, ein Pudel, halb blau und halb grün, und den sie nur fürchten oder hassen oder sich ihm unterwerfen, wenn seine Breeches besseren Schwung besitzen und seine Ledersachen und Reitzeug eine noch kühnere Diskretion verraten wie die ihren.

. . . . . . Und wo schließlich die falsch angesetzte antisemitische Parole, von rotgemalter alternder Duchesse mit den Pistons ihrer Zahnplomben aber auch den Pauken ihrer Hüften angegeben, zwar weder über die Unasiatischkeit ihres Stammbaums noch über die Fragwürdigkeit ihrer Vergangenheit hinlänglich beruhigen kann . . . . . . wo die Ohnmacht der ungarischen Gräfin, die alle Mädchen verführte, beim Namen eines der gehaßtesten revolutionären Führer . . . . . . ebenso wie das goldene Kettenarmband um den Skistrumpf der Hessin . . . . . . und der meskine Bürgerwehrschwindel und Antibolschewistenpathos älterer bäurischer Offiziere in seiner falschen und bourgeoisen Verplamperung

nichts zwar als unser breites und vollendetstes Gelächter bereit findet,

. . . . . . . die wir, auf härteren Seiten des Sternbogens stehend, aber auch mit Wollust alle Höhen überschweifend, keine Sekunde unterlassen werden, die Albernheit der menschlichen Figurinen unerbittlich aufzuzeigen . . . . . . und die wir, bereit jede Sünde gegen Welt und Freiheit bis auf das Blut zu bekämpfen, auf keinen Reiz und selbst gegen das Herz hin irgend einen Pakt der Gemeinsamkeit mit irgendwelchen Obskuren (von welcher Seite auch immer) schließen würden.

. . . . . . die wir aber dennoch nie umhin können, hinter den besonders publiken kleinhirnigen Ausnahmen den großen Blutgeruch der Züchtung und Erlesenheit triumphal zu spüren und, bejohlt von den Polizisten von links aber eiskühl bis auf die Nägel darüber, gerade in diesem Versagen das Erlöschen der Rasse wie langsam gewordene Scheinwerfer auf die tragische Epoche zu empfinden und zu lieben . . . . . . und bei den Frauen diesen bewundernswert schlanken Hineinritt in die Röte des Sturms.

Wie ungewöhnlich unbeträchtlich sind in der Ausübung ihrer Mission und der Handhabung ihrer Berufung die aristokratischen Wölfe geworden, aber wie glänzend und liebenswert blitzt noch das Gebiß dieser Feinde der Freiheit!