Von Schloß Borgeby kommt einen Tag Ernst Cederström hinter Bjerred her, wir singen mit den Mücken, liegen im Sand, trinken den ganzen Tag Meth, Kallskol, Punsch.
Er fährt acht Tage vor mir nach Deutschland, „fahren Sie wohl“, sage ich und drehe mich in die Bläue, ich drehe mich tief in die Bläue und vergesse zu singen, er stößt mir in die Rippen.
Ich sehe ihn genau an, er hat einen langen Bart und eine Glatze und den Atem und die leuchtende Freudigkeit eines Gottes.
Sonst bin ich einsam. Ich gehe im Badetrikot immer der schlängelnden Welle nach. Den ganzen Morgen gehe ich am Meer, ich sehe es nicht groß, nicht stürmisch, ich liebe es nur.
Gehe ich tief in die Ebbe, komme ich manchmal nahe bis an das dunkle Dampfersignal. Ich starre auf den Grund, da hat das Meer sich Steine zurechtgeschliffen: Fasangold gespritzt auf Schwarz, rosa Klammern auf Dunkelblau, Basalt mit einem weißen ovalen Ring, purpurviolett schraffiert, gekörnt, Taubengrau mit himmlischer Spiegelung, Ocker und Safran mit Ziegelrot, Feuerstein, Schnee und Flamme, Hechtblau mit hellen Bändern.
Alle sind rund, gehen in die Hand, am liebsten hat das Meer sie sich wie die Muscheln gemacht, oval und handgroß. Nehme ich sie heraus, erlöschen sie. Ich lerne sehr bald, sie nicht zu berühren. Ich schaue sie nur durch das Wasser an, das mir manchmal fast bis zur Brust geht. Unter den Knien ist ein fabelhaftes Geglänz.
Ich sehe hinein und bin zufrieden. Es wird Mittag manchmal, manchmal Abend. Wie liebe ich die Steine, wie beschäftige ich mich lange und heftig mit ihnen.
Oft kommt mit braunem Segel die Schifferbarke abends zurück, während ich noch schaue; ich wandere immer weiter, der Leuchtturm funkt, dahinter fällt die Dämmerung herunter, es verliert sich jeder Umriß, man kann nicht einmal rufen, so allein ist es.
Der einzige Kirschfink der Gegend wohnt in unserem Garten. Cuno Adelkranz legt Dämme an mit kleinen Weiden, setzt dann Berberitzen, Schlehen und Brombeer. Ich schaue lange zu, er führt den Spaten lässig und fest, seine Hand ist weniger braun wie die meine.
Die Bläue über dem Meer steigt immer höher und süßer. Ich fange an zu blasen; ich habe ein kleines Horn, das an beiden Enden geblasen wird, es ist der Kuckucksruf.