Nun aber springen die verwandten Züge auf.

Sie liegen nicht in der vorhergegangenen Generation, von der diese Kunst alles scheidet. Sie liegen nicht im einzelnen, nicht in der Gotik, nicht im Nationalen, nicht bei Goethe, Grünewald oder Mechtild von Magdeburg. Nicht in romanischer Krypta, nicht bei Notker, bei Otto dem Dritten, nicht bei Eckehard, Chrestien von Troye oder den Zaubersprüchen.

So einfach läuft die Geschichte der Seele nicht am logisch historischen Band.

Verwandtschaft ist nicht begrenzt. Tradition im letzten Sinne nicht national oder an Geschichte einer Zeit gebunden. Nein, überall ist das Verwandte, der Ansatz, das Gleiche, wo eine ungeheure Macht die Seele antrieb, mächtig zu sein, das Unendliche zu suchen, und das letzte auszudrücken, was Menschen schöpferisch mit dem Universum bindet.

Überall wo die Flamme des Geistes glühend aufbrach und das Molluskenhafte zu Kadavern brannte, Unendliches aber formte, als solle es zurückgehen in die Hand des Schöpfers, alle dunkeln großen Evolutionen des Geistes trieben dasselbe Bild der Schöpfung hervor.

Es ist eine Lüge, daß das, was mit verbrauchtem Abwort das Expressionistische genannt wird, neu sei. Schändung, es umfasse eine Mode. Verleumdung, es sei eine nur künstlerische Bewegung.

Immer wenn der oder jener der Menschheit die Wurzeln der Dinge in der Hand hielt und seine Faust Griff hatte und Ehrfurcht, gelang das Gleiche. Diese Art des Ausdrucks ist nicht deutsch, nicht französisch.

Sie ist übernational.

Sie ist nicht nur Angelegenheit der Kunst. Sie ist Forderung des Geistes.

Sie ist kein Programm des Stils. Sie ist eine Frage der Seele.