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GRÖSSERES BILD
Besonders reich ist die Sammlung an Blättern der sogenannten Kleinmeister in der Gruppe der allgemeinen Ornamente, dann an Entwürfen für in Email oder Niello auszuführende Goldschmiedeverzierungen, an Vorbildern für getriebene Gefäße, an Entwürfen für Juweliere und an heraldischen Musterblättern, zu welchen auch eine im Jahre 1878 angelegte Kollektion von verzierten Buchhändler- und Buchdrucker-Signeten zu rechnen ist.
Hierzu kommt noch eine schöne Sammlung von etwa 14.000 Blättern Initialen aus deutschen, französischen, italienischen und niederländischen Druckwerken des XV. bis XVIII. Jahrhunderts. Der größte Teil dieser Sammlung. 12.631 Blätter, wurde im September 1867 aus dem Besitze des Glasmalers H. von Holtorp in London erworben.
Der übrige Teil der Kunstblättersammlung besteht aus Originalzeichnungen und Abbildungen von Kunst- und kunstgewerblichen Objekten in Photographie, Lithographie etc. und ist nach Gegenständen geordnet. Die größte und wertvollste Bereicherung erhielt dieser Teil der Museumsbibliothek im Jahre 1866 durch die Überweisung der Fachbibliothek der aufgelassenen k. k. Porzellanmanufaktur. In der hierdurch in den Besitz des Museums gelangten, 5757 Blätter zählenden Mustersammlung der Fabrik waren auch 1438 Blätter Originalzeichnungen, Entwürfe zu Tassen, Tellern und verschiedenen andern Gefäßen sowie für deren Verzierung enthalten.
Einen sehr wertvollen Bestandteil der Kunstblättersammlung bildet eine Kollektion von Originalaufnahmen, Federzeichnungen und Aquarellen, welche die Direktion des Museums im Laufe der Jahre nach Kunstwerken, welche dem Institut zur leihweisen Ausstellung überlassen wurden, mit Zustimmung der Besitzer anfertigen ließ.
Der gesamte Bestand der Bibliothek betrug am Jahresschlusse 1913:
| Büchersammlung | zirka | 41.000 | Bände |
| Kunstblättersammlung, und zwar: | |||
| Ornamentstiche | 15.873 | Blätter | |
| Initialen | 14.000 | „ | |
| Originalzeichnungen, Photographien etc. | 45.670 | „ | |
| Zusammen | 75.543 | Blätter | |
BENÜTZUNG DER BIBLIOTHEK.
Die Benützung der Bibliothek ist jedermann gestattet und der Eintritt in dieselbe an allen Besuchstagen frei. Die Bibliothek ist vom 21. März bis 20. Oktober an Wochentagen, mit Ausnahme des Montags, von 9 bis 2 Uhr, an Sonn- und Feiertagen von 9 bis 1 Uhr geöffnet. Vom 21. Oktober bis 20. März sind die Besuchsstunden an Wochentagen, mit Ausnahme des Montags, von 9 bis 1 Uhr und von 6 bis 8½ Uhr, an Sonn- und Feiertagen von 9 bis 1 Uhr.
Das Ausleihen der Bücher erfolgt nur gegen Empfangsschein. Dieser hat den Titel und die Signatur des entlehnten Werkes, Namen und Wohnung des Entlehners und das Datum zu enthalten. Für jedes Werk ist eine besondere Empfangsbestätigung auszustellen. Als ausgeliehen ist jedes Werk zu betrachten, das mit Zustimmung des Bibliotheksvorstandes aus dem Bibliothekslokal entfernt wird.