Sie traten unter eine Laterne.

Sylvester blickte in ihr hübsches, aber böses Gesicht. Ihr Atem durchschnitt die kalte Winterluft mit noch eisigerem Hauch. In ihrem Körper rasselte es wie ein Motor.

„Er schnurrt ab“, sagte das Mädchen. „Meine eine Lunge ist ganz weg. Und meine andere dreiviertel. Ich sterbe. Ich liege schon halb im Sarg. Nur mein Mund leuchtet noch im Leben. Ich habe solche Furcht vor der Einsamkeit. Küssen Sie mich!“

Eine Kokotte mit einem Greisenkopf, den üblen Hauch ihres verwesenden Mundes mit wildem Parfüm überduftend, hüpfte quer über die Promenade. Zwei junge und elegante Herrn liefen atemlos und hüstelnd hinter ihr her.

Sylvester und das Mädchen schritten den Rütiweg langsam empor.

Der Mond hing runzlig wie eine amerikanische Dörrfrucht im Dunst der Nacht.

An einer Bank hielt das Mädchen an.

„Es sind zwölf unter Null“, sagte Sylvester.

„O,“ lächelte das Mädchen, „das macht nichts. Mir ist so warm als wären wir im August.“

V.