„Sybil, ich bitte Sie, wozu diese Spielerei. Ich habe an dem Schauspiel schon genug ...“

„Lieber Sylvester ... ich will Sie einmal handeln sehn ... Tun Sie einmal etwas! Handeln Sie einmal nicht künstlerisch künstlich, dichterisch, schauspielerisch. Handeln Sie einmal menschlich ...“

„Ich bin krank, Sybil ...“

„Überwinden Sie die Krankheit, Sylvester.“ Ihre Stimme klang flehend.

„Ich werde reiten, Sybil.“ —

Sylvester ging zu einem Schweizer Offizier, den er kannte und von dem er wußte, daß er das Rennen nicht reiten würde, der aber zwei Pferde laufen lassen wollte, und bat ihn, die „Miggi“ reiten zu dürfen. In Graubünden heißen alle Pferde, alle Kühe, alle Katzen und alle Mädchen Miggi.

Als der bulgarische Offizier und Leutnant Rätten von Sylvesters wahnwitzigem Vorhaben hörten, schüttelten sie den Kopf; bestellten sich aber sofort telegraphisch Pferde aus Zürich. Auch der kleine Japaner wollte reiten.

Selbst der Thorax machte einen schwachen Versuch, sich als Jockei vorzustellen.

„Was meinst du, Grete,“ fragte er die Pneumo, „ob ich in vierzehn Tagen reiten lernte und ob ich es aushielte?“

„Kind,“ sagte sie zärtlich, „was du für böse Träume hast. Du leidest immer häufiger an Alpdrücken. Du mußt abends vor dem Zubettgehen einen frischen Apfel essen. Komm. Ich mache dir gleich einen zurecht ...“