Am Eingang des Kinos hing ein riesiges zitronengelbes Plakat: ein bleicher, blonder Frauenkopf, der sich wie eine Narzissenblüte auf einem Stengel wiegte. „Narzissenblüte“ hieß der Film, und das sollte den Namen des Mädchens symbolisieren, denn unten auf dem Plakat waren ein Negerboxer und ein brauner Herr im Zylinder, scheinbar ein englischer Viscount oder ein deutscher Graf, abgebildet; und es war offensichtlich, daß der Film auf einem Konflikt zwischen dem Neger und dem Weißen aufgebaut war. Ein Kampf zwischen Schwarz und Weiß um Blond.

Eine italienische Maronenverkäuferin hockte im Hausflur neben dem Kino.

Sylvester kaufte sich eine Tüte Maronen.

Harry sah einer schmalen Kellnerin nach.

„Ißt du das Zeug gern?“

Sylvester schüttelte den Kopf.

„Nein. Ich will mir nur die Hände an den heißen Kastanien wärmen.“ —

Die Leinwand flammte auf.

Aus einem hohen, palastartigen Hause, von Säulengängen und Lauben umgeben, trat eine schlanke, blonde Frau.

Sie trug ein weißes, mit schwarzen Borten eingefaßtes Sommerkleid und einen Biedermeierstrohhut mit Rosen garniert. Ein schwarzes Samtband schwang sich vom Hut hernieder um den zarten Hals.