„Nein, das kann gut sein. Du bist ja so schwarz.”
„Allerdings, ich hab' ihn aber doch gegrüßt,” sagte der Zeichenstift und fing an, Asche aus dem Feuerraum heraufzuziehen und über Bord zu werfen.
„Hier staubt es so!” sagte Frank.
Nein, Reinert kannte nur, wen er kennen wollte; er kannte kaum Frank, der doch sein Kollege und ihm voraus war. Frank sah ihn an Bord kaum, Reinert fuhr auf dem zweiten Platz und trieb sich meist auf dem ersten herum. Aber Frank stand auf seinem dritten Platz und hatte das Bewußtsein, mehrere Sprachen zu verstehen.
Reinert hatte in den Ferien nichts Nennenswertes gearbeitet, ein wenig hatte er ja studiert, um seinem Vater, dem Küster, eine Freude zu machen, aber sonst hatte er sich meist im Freien aufgehalten. Reinert hatte kein Gras unter seinen Füßen wachsen lassen, er hatte Klein-Lydia und die kleinen Mädchen von der Werft vollständig erobert und auch bei Heibergs Alice große Fortschritte gemacht. Der Junge sah ja auch verflucht gut aus mit seinen Locken und seinen schönen Kleidern, dazu trat er so keck auf, daß er gut für erwachsen gelten konnte. Das ging sogar so weit, daß er sich bemüht hatte, den Assistenten beim Hardesvogt bei den Damen auszustechen, obgleich er es bei ihm mit einem ausstudierten Manne zu tun hatte.
Frank trieb sich blaugefroren auf Deck herum und suchte immer wieder ein warmes Plätzchen, wenn sich das Schiff drehte. Das erste, was er nach Ankunft in Christiania tun wollte, war, sich einen Überzieher mit einem Samtkragen zu kaufen.
Er kam am Rauchsalon vorbei, die Tür stand weit offen, er schaute hinein und blieb stehen. Dann grüßte er und wollte weitergehen, aber er war ein wenig zu lange stehen geblieben, außerdem waren es ja Bekannte, die da vor ihm saßen, Rechtsanwalt Fredriksen aus seiner eigenen Stadt, ein großer Mann, aber er plauderte da mit einem geringeren, mit Reinert, sie saßen beieinander und schwatzten, der Rechtsanwalt putzte sich die Nägel mit einem Perlmuttermesser, und beide rauchten.
Frank trat nicht näher, aber er sah auch nicht ein, warum er sich davonschleichen sollte, so weit bekannt und anerkannt war er doch auch, darum redete er durch die offene Tür Reinert an und sagte: „Ich hab' den Zeichenstift getroffen, er fragte nach dir.”
Reinert gab keine Antwort, er saß da und tat, als ob er nachdenke.
„Er ist Heizer hier auf dem Schiff.”