Ich bekam das Geld und den Schein und begab mich zurück. Es war das im Grund ein ausgezeichneter Einfall, das mit der Weste; ich würde sogar Geld zu einem reichlichen Frühstück übrig behalten und bis zum Abend könnte dann meine Abhandlung über die Verbrechen der Zukunft fertig sein. Ich begann auf der Stelle das Dasein freundlicher zu finden, und eilte zu dem Mann zurück, um ihn los zu werden.
Hier bitte! sagte ich zu ihm. Es freut mich, daß Sie sich zuerst an mich gewandt haben.
Der Mann nahm das Geld und begann mich mit den Augen zu mustern. Was stand er da und starrte? Ich hatte den Eindruck, daß er besonders meine Hosenkniee untersuchte, und ich wurde dieser Unverschämtheit müde. Glaubte der Schlingel, ich sei wirklich so arm, wie ich aussah? Hatte ich nicht schon sozusagen damit begonnen, an einem Artikel für zehn Kronen zu schreiben? Überhaupt fürchtete ich nicht für die Zukunft, ich hatte viele Eisen im Feuer. Was ging es da einen wildfremden Menschen an, ob ich an einem so hellen Tag ein Trinkgeld fortgab? Der Blick des Mannes ärgerte mich, und ich beschloß, ihm eine Zurechtweisung zu geben, bevor ich ihn verließ. Ich zuckte mit den Schultern und sagte:
Mein guter Mann, Sie haben die häßliche Gewohnheit, einem auf die Kniee zu glotzen, wenn man Ihnen eine Krone gibt.
Er legte den Kopf ganz gegen die Mauer zurück und sperrte den Mund auf. Hinter seiner Bettlerstirne arbeitete es, er dachte ganz gewiß, daß ich ihn auf die eine oder andere Weise narren wolle, und er reichte mir das Geld zurück.
Ich stampfte auf das Pflaster und fluchte, er müsse es behalten. Bildete er sich ein, daß ich alle die Beschwerlichkeiten für nichts gehabt haben wollte? Alles in allem genommen schuldete ich ihm vielleicht diese Krone, ich wäre so beschaffen, daß ich mich einer alten Schuld erinnerte, er stünde vor einem rechtschaffenen Menschen, ehrlich bis in die Fingerspitzen. Kurz gesagt, das Geld wäre sein.... Oh, nichts dafür zu danken, es war mir eine Freude. Lebwohl.
Ich ging. Endlich hatte ich diesen gichtbrüchigen Plagegeist aus dem Weg geschafft und konnte ungestört sein. Ich ging wieder durch den Pilestraede hinunter und hielt vor einem Lebensmittelladen an. Das Fenster war voll von Eßwaren, und ich beschloß hineinzugehen und mir etwas mit auf den Weg zu nehmen.
Ein Stück Käse und ein Franzbrot! sagte ich und schmiß meine halbe Krone auf den Ladentisch.
Käse und Brot für alles zusammen? fragte die Frau ironisch, ohne mich anzusehen.
Für die ganzen fünfzig Öre, ja, antwortete ich unbeirrt.