Der Kaufmann Aronsen war in großer Not, er wollte ja dabeisein und diese Hausierer bewachen, aber die trennten sich, und jeder ging allein seines Wegs, und er hätte sich in Stücke reißen müssen, um allen dreien nachzulaufen. So gab er zuerst Fredrik Ström auf, der das ungewaschenste Mundwerk hatte, dann Sivert, der ihm niemals auch nur ein einziges Wort erwiderte, sondern nur immer verkaufte. Aronsen zog vor, seinem alten Ladendiener Andresen nachzulaufen und in den Häusern gegen ihn zu arbeiten. Oh, aber der Ladendiener Andresen kannte ja seinen alten Herrn und dessen Unwissenheit in Beziehung aufs Geschäft und auf verbotene Waren. So, englischer Faden ist nicht verboten? fragte Aronsen und stellte sich kundig. — Doch, erwiderte Andresen. Ich habe aber auch keine einzige Fadenrolle hier. Die kann ich im Ödland auch verkaufen. Ich habe keine einzige Fadenrolle, da seht selbst! — Das ist schon möglich. Aber du siehst, ich weiß auch, was verboten ist, da machst du mir nichts weis.

Einen Tag lang hielt es Aronsen aus, dann gab er auch Andresen auf und ging heim. Die Hausierer hatten jetzt keine Aufsicht mehr.

Und von nun an ging alles ausgezeichnet. In jenen Tagen trugen die Frauen falsche Haarzöpfe, und der Ladendiener Andresen war ein Meister darin, solche Zöpfe zu verkaufen, ja, im Notfall verkaufte er helle Zöpfe an schwarzhaarige Mädchen und bedauerte nur, daß er nicht noch hellere Zöpfe habe, oder graue, die die teuersten seien. Jeden Abend kamen die drei jungen Männer an einem vorher bestimmten Platz zusammen und erstatteten Bericht und halfen einander mit nicht ausverkauften Sachen aus, und Andresen setzte sich dann gerne mit einer Feile in der Hand hin und feilte eine deutsche Fabrikmarke auf einer Jagdflinte aus oder entfernte den Namen Faber von den Bleistiften. Andresen war und blieb ein Teufelskerl.

Sivert dagegen war eine Enttäuschung. Nicht als ob er faul gewesen wäre und keine Waren abgesetzt hätte, er setzte sogar die meisten ab. Aber er bekam zuwenig Geld dafür. Du sprichst nicht genug, erklärte Andresen.

Nein, Sivert hielt keine langen Reden, er war ein Ödlandbauer, war wortkarg und gelassen. Was war da lange zu schwatzen? Außerdem wollte Sivert bis zum Sonntag fertig sein und wieder nach Hause gehen, es gab gar viel Arbeit auf dem Ödland. — Die Jensine zieht ihn, behauptete Fredrik Ström. — Derselbe Fredrik hatte übrigens selbst die Frühjahrsbestellung zu besorgen und wenig Zeit zu verlieren, aber trotzdem mußte er am letzten Tag noch zu Aronsen gehen und eine Weile mit ihm streiten. Ich will ihm die leeren Säcke verkaufen, sagte er.

Andresen und Sivert gingen wieder hinaus und warteten auf ihn. Sie hörten den herrlichsten Wortwechsel aus dem Kaufladen herausdringen und ab und zu auch Fredriks Gelächter. Dann machte Aronsen seine Ladentür auf und wies den Gast hinaus. Oh, aber Fredrik kam nicht, nein, er ließ sich Zeit und redete in einem fort; das letzte, was sie hörten, war, daß er den Versuch machte, die Schaukelpferde an Aronsen zu verhandeln.

Dann zog die Karawane heimwärts, drei junge Männer voll Jugendlust und Gesundheit. Sie sangen, während sie dahinschritten, schliefen eine Weile im Gebirge und wanderten dann weiter. Als sie am Montag in Sellanraa ankamen, hatte Isak mit dem Säen begonnen. Es war das richtige Wetter dazu: feuchte Luft, dann und wann drang die Sonne durch, und ein ungeheurer Regenbogen spannte sich über den Himmel hin.

Die Karawane löste sich auf: Leb wohl, leb wohl! ...

Dort schreitet Isak übers Feld und sät, er ist ein Mühlengeist von Gestalt, ein Klotz. Er trägt hausgewebte Kleider, die Wolle stammt von seinen eigenen Schafen, die Stiefel stammen von seinen eigenen Kälbern und Kühen. Er geht nach frommer Sitte barhaupt, während er sät; auf dem Wirbel ist er kahl, sonst aber überaus haarig, ein ganzer Kranz von Haar und Bart steht um seinen Kopf. Das ist Isak der Markgraf.