Und die Prärie liegt da gleich einem endlosen Meer, über das die Oktobersonne ihre langen Strahlen wirft, die blitzenden Pfriemen gleichen.
[Über das Meer]
Ein Reisebrief
Jetzt, drei Wochen nachdem ich in Amerika gelandet bin, komme ich endlich dazu, Ihnen diesen Bericht über die Reise dahin zu senden. Ich bedaure, daß ich es nicht früher habe thun können, — der Geist ist willig gewesen, aber das Fleisch war schwach. Mitte August verließ ich Norwegen, wo wir schon seit längerer Zeit einen Überzieher getragen hatten, und kam drei Wochen später in eine Hitze von über 90 Grad Fahrenheit im Schatten hinein. Dies griff mich nicht wenig an und störte meine sonst so gute Septembergesundheit.
Ich will versuchen, aus dem Kopf, ganz nach dem Gedächtnis zu schreiben. Ich habe auch nicht einen Buchstaben mehr von allen meinen wichtigen Papieren vom Schiff. Alles ist weg. Meine sämtlichen Notizen sind eines Nachts am Rande der Newfoundlandsbanks verschwunden. Jeder andere würde wohl den Verstand verloren haben, — mir entfuhr nicht einmal ein Schrei. Ich setzte mich nur auf meinen gelben Handkoffer und fand mich wie ein Mann in das Unvermeidliche. Und gegen Vormittag ermannte ich mich so weit, daß ich sogar eine Tasse Thee herunterzuschlucken vermochte.
So ließen wir denn die Brücke von Kristiania hinter uns, nachdem wir unsere Abschiedsgrüße geweht, und der Schiffer die Quittung für die Emigrantenladung abgelegt hatte.
»Kann man jetzt nicht mehr umkehren,« fragte mein junger Reisegefährte mit weinerlicher Stimme.
»Ja, in Kristianssand. Aber das wirst du nicht thun.«
»Dann betrinke ich mich und segele viele viele Meilen von der Heimat fort,« schluchzte er.
Ach, dieser blutjunge Mann! Er war siebzehn Jahre alt und war noch nie von Hause fort gewesen.