Er gab mir eine Mark und sagte lächelnd:
»Keine Antwort ist auch eine Antwort.«
Den ganzen Abend blieb er sitzen und starrte zu der Dame und ihren Begleitern hinüber. Um elf Uhr stand er auf und ging an ihren Tisch. Sie empfing ihn kühl, ihre beiden Herren aber ließen sich näher mit ihm ein und schienen ihn zu foppen. Er blieb einige Minuten, und als er wiederkam, sagte ich ihm, daß in die eine Tasche seines Sommerüberziehers Bier gegossen sei. Er zog ihn aus, wandte sich hastig um und sah einen Augenblick nach dem Tisch der Cirkusdame hinüber. Ich trocknete ihm den Überzieher ab und er sagte lächelnd zu mir: »Danke, Sklavin!«
Als er ihn wieder anzog, half ich ihm und strich ihm heimlich über den Rücken.
Er setzte sich, zerstreut. Einer seiner Freunde bestellte noch Bier, ich nahm das Seidel und wollte auch F.s Seidel nehmen. Er sagte aber: »Nein« und legte seine Hand auf die meinige. Bei dieser Berührung sank mein Arm plötzlich herab, er merkte es und zog seine Hand sofort zurück.
Am Abend betete ich zweimal vor meinem Bett auf den Knieen für ihn. Und ich küßte ganz glücklich meine rechte Hand, die er berührt hatte.
Einmal schenkte er mir Blumen, eine Menge Blumen. Er kaufte sie bei dem Blumenmädchen, als er hereinkam; sie waren frisch und rot und fast ihr ganzer Vorrat. Er ließ sie bei sich auf dem Tisch liegen. Keiner seiner Freunde war mit da. Ich stand, so oft ich Zeit hatte, hinter einer Säule und starrte ihn an, und ich dachte bei mir: Wladimierz F. heißt er.
Es mochte vielleicht eine Stunde vergangen sein. Er sah fortwährend nach der Uhr. Ich fragte ihn: