Es war nicht sehr gemütlich auf diesem Hof, obwohl sicher großer Wohlstand herrschte. Der Mann selbst war erster Stortingsersatzmann und hatte sich angewöhnt, abends die Zeitungen zu lesen. Ach, das viele Lesen, das ganze Haus litt darunter, und die Töchter langweilten sich zu Tode. Als Petter heimkam, setzte sich die ganze Familie hin und rechnete aus, ob er seine volle Bezahlung bekommen, und ob er auch die ganze erlaubte Zeit beim Kapitän krank gelegen habe — die ganze gesetzlich erlaubte Zeit, sagte der Stortingsersatzmann. Als ich das Unglück hatte, eine Fensterscheibe einzuschlagen, die nichts weiter wert war, wurde darüber geflüstert und von allen Seiten unfreundlich zu mir herübergesehen; ich ging deshalb heute zum Landhändler, kaufte eine neue Scheibe und setzte sie mit Kitt wieder ordentlich ein. Da sagte der Stortingsersatzmann: Du hättest dir wegen einer Scheibe nicht soviel Mühe machen brauchen.

Ich war auch nicht wegen der Scheibe zum Landhändler gegangen, im Gegenteil, ich kaufte einige Flaschen Wein, um zu zeigen, daß es mir nicht so sehr auf den Wert von ein paar Fensterscheiben ankomme, und auch eine Nähmaschine, die ich bei meinem Fortgehen den Mädchen schenken wollte. Heute abend konnten wir Wein trinken, morgen war Sonntag, und alle hatten Zeit auszuschlafen. Montag morgen aber wollte ich weiter.

Es sollte anders kommen, als ich gedacht hatte. Die beiden Mädchen waren auf dem Speicher gewesen und hatten in meinem Bündel herumgeschnüffelt; die Nähmaschine und Flaschen hatten ihnen einen Floh ins Ohr gesetzt, sie machten sich Gedanken über diese Sachen und kamen mit Andeutungen. Nur ruhig, dachte ich, seid still, bis meine Zeit kommt!

Am Abend sitze ich mit den Leuten in der Stube und unterhalte mich. Wir waren eben mit dem Essen fertig, und der Hausvater hatte die Brille aufgesetzt, um die Zeitungen zu lesen. Da hört man draußen ein Räuspern. Es ist jemand auf dem Hof draußen, sage ich. Die Mädchen sehen einander an und gehen hinaus. Bald darauf machen sie die Türe auf und bitten zwei junge Männer, hereinzukommen. Nehmt nur irgendwo Platz! sagt die Frau.

Da kam mir der Gedanke, daß diese beiden Bauernburschen wegen meines Weines geholt worden waren, und daß sie die Freunde dieser Mädchen seien. Welch hoffnungsvolle Mädchenblüte, achtzehn, neunzehn Jahre, und schon so flink! Aber es wird eben einfach keinen Wein geben, keine Spur .....

Man spricht vom Wetter, das man jetzt bei der späten Jahreszeit nicht anders erwarten könne, daß man aber leider beim Pflügen durch die Nässe aufgehalten sei. Es kam kein Leben ins Gespräch, und das eine der Mädchen sagte zu mir, ich sei so still, und warum denn?

Wahrscheinlich weil ich fortwandern werde, antwortete ich. Montag früh werde ich schon zwei Meilen von hier weg sein.

Dann bekommen wir wohl heute abend den Abschiedstrunk?

Irgend jemand kicherte über diese Frage: die sei auf mich gemünzt, weil ich so geizig sei und mit dem Wein warte. Mir aber waren diese Mädchen gleichgültig, und es lag mir nichts an ihnen, sonst wäre ich anders gewesen.

Was für einen Abschiedstrunk? Ich habe drei Flaschen Wein gekauft, die ich mitnehmen will.