Falkenberg zog jeden Abend meine guten Kleider an. Es wäre jetzt natürlich nicht mehr angegangen, sie zurückzunehmen und selbst zu tragen; jeder würde geglaubt haben, ich hätte sie nur von meinem Kameraden geborgt.

Du kannst die Kleider behalten, wenn ich Emma dafür bekomme, sagte ich im Scherz.

Ja, nimm sie, antwortete Falkenberg.

Es wurde mir klar, daß Falkenberg gegen sein Mädchen kühler geworden war. Ach, Falkenberg hatte sich verliebt, wie ich. Nein, was für Knaben waren wir doch!

Ob sie wohl heute Abend auch wieder zu uns herauskommt? konnte Falkenberg im Wald sagen.

Und ich erwiderte:

Ich bin nur froh, daß der Kapitän so lange fort ist.

Ja, antwortete Falkenberg. Paß auf, wenn ich höre, daß er nicht gut gegen sie ist, dann setzt es aber was.

Dann geschah es einmal eines Abends, daß Falkenberg ein Volkslied sang. Und immer noch war ich stolz auf ihn. Die gnädige Frau kam heraus, er mußte sein Lied wiederholen und noch ein zweites singen. Seine schöne Stimme erfüllte die Küche, und Frau Falkenberg sagte erstaunt: Nein aber — so etwas habe ich ja noch nie gehört.

Da fing mein Neid an.